Wirtschaft : Zu wenig Energie

Gerade an kalten Tagen sollte auf die Autobatterie Verlass sein. Aber nur drei von zwölf Fabrikaten überzeugen

Larissa Klatt

Autobatterien laden nicht unbedingt zum Kauf ein. Die Hexenschussgefahr ist bei einem Gewicht von rund zehn Kilogramm nämlich nicht ausgeschlossen. Um wenigstens einen häufigen Umtausch der Batterie zu verhindern, ist es ratsam, sich vorher zu informieren, welches Modell zuverlässig ist.

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) hat zusammen mit der Stiftung Warentest zwölf Fabrikate getestet, die es derzeit auf dem Markt gibt, darunter zwei baugleiche Modelle. Das Ergebnis: Drei Exemplare werden von den Testern empfohlen. Denn nur sie haben das Prädikat „gut“ erhalten. Der Testsieger mit dem Gesamturteil „gut“ (Note 1,7) ist der Power-Block von Berga für 123 Euro. Dichtauf folgt die Batterie von Opel. Die drittbeste „gute“ ist die M3 plus von Moll.

Viele andere Fabrikate wurden bereits deswegen schlechter bewertet, weil sie die Leistungsangaben nicht erfüllten, also weniger Energie drin ist als außen draufsteht: Die Arktis High Tech, Ford und Exide wiesen eine deutlich geringere Kapazität auf als versprochen. Bei ansonsten „sehr guten“ Gebrauchseigenschaften boten auch Banner Power Bull, die ATU/Arktis Qualitätsbatterie und die Bosch Silver mit der baugleichen Varta Blue dynamic weniger Kaltstartstrom als auf der Batterie angegeben ist.

Als einzige im Test war die Arktis High Tech nur „befriedigend“ rüttelfest, alle anderen schnitten besser ab. In dem Test werden Erschütterungen simuliert, wie sie beim Fahren auf schlechten Straßen oder Kopfsteinpflaster auftreten. Dadurch darf die Leistungsfähigkeit der Batterie nicht nachlassen.

Die teuerste Batterie von Ford Motorcraft mit 152 Euro fiel komplett durch und erhielt ein „mangelhaft“. Eine zu geringe Kapazität und Ladungsaufnahme sowie eine „mangelhafte“ Haltbarkeit bescherten ihr den letzten Platz in der Wertung. Laut ADAC sollte die Lebensdauer von Autobatterien zwischen vier und fünf Jahren betragen. „Der Test hat wieder einmal bewiesen, dass die teuersten Fabrikate nicht gleichzeitig die besten sein müssen und dass es auch gute Qualität zu einem fairen Preis gibt“, sagt Jörg Kirst, Technikexperte beim ADAC.

Egal wie gut oder schlecht die Batterie auch ausfällt, sollte man zusätzlich etwas bedenken, sagt Kirst: „Viele wissen nicht, dass auch ein stehendes Fahrzeug einen Energieverbrauch hat.“ Insbesondere bei modernen Autos verbrauchten etwa Alarmanlagen oder die Infrarot-Fernbedienung für die Zentralverriegelung Energie im Stand-By-Betrieb (Betriebsbereitschaft). „Ganz besonders in der kalten Jahreszeit kann eine schwächelnde Batterie dann plötzlich schlapp machen“, sagt Kirst.

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