Wirtschaft : Zu wenig Kooperation bei der Sanierung

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Hilfen für Ostfirmen kommenhäufig zu spät/Großer Bedarf an Beratungsleistungen/WSI-Studiemot

BERLIN.Bei der Sanierung und Konsolidierung ostdeutscher Betriebe mangeltes an der notwendigen Zusammenarbeit der Bundesländer sowie an gesichertenInformationen über Umfang und Auswirkungen der Sanierungsprogramme.Diesist das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschafts- undSozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) und des Instituts fürRegionalforschung der IG Metall, das in der vergangenen Woche auf einerTagung der Stiftung in Berlin vorgestellt wurde.Die Kooperation derLänder reiche aufgrund "ideologischer Bauchschmerzen" über dieZusammenarbeit mit der BvS kaum hinaus, erklärte Astrid Ziegler vom WSI.Gravierender sei allerdings, daß ein förderstrategisches Problem bishernicht gelöst worden sei, nämlich Unternehmen zu konsolidieren, bevor siein Schwierigkeiten geraten.Zu viele Betriebe seien darum bemüht, eine tadellose Fassadeaufrechtzuerhalten, obwohl intern der Konkurs unabwendbar sei.Deshalbmüsse die verbreitete "Feuerwehrpolitik" durch eine vorausschauendeBegleitung der Unternehmen ersetzt werden.Dies scheitere freilich oftmalsan der mangelnden Qualität der Managementhilfen."Immer noch sind inOstdeutschland Berater unterwegs, die ohne adäquate Ausbildung undErfahrung versuchen, sich finanziell gesund zu stoßen", so Frau Ziegler.Bestätigt wurden die Ergebnisse der WSI-Studie von Vertretern derLänderregierungen, die berichteten, viele Firmen brächen aufgrund vonManagementfehlern, ungezügeltem Wachstum und fehlender Begleitungzusammen.Der Bedarf an Beratungsleistungen sei mittlerweile ebenso großwie die Nachfrage nach finanzieller Unterstützung.Angesichts von 8000ostdeutschen Insolvenzen im vergangenen Jahr sei die Installation eines"Frühwarnsystems" für Krisen-Unternehmen und eine Verbesserung derManagement-Hilfen dringend nötig.

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