Wirtschaft : Zu wenig Öko-Wärme in Berlin-Brandenburg

Potsdam - Anders als beim Strom wird sich die Wärmeversorgung der Hauptstadtregion auf absehbare Zeit nicht vollständig durch Erneuerbare Energien abdecken lassen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Berliner Reiner-Lemoine-Instituts im Auftrag der Grünen-Fraktionen aus Berlin und Brandenburg. Bereits im März waren die Ergebnisse zur Stromversorgung vorgestellt worden: 2030 kann der komplette Strombedarf der Region aus Erneuerbaren stammen.

Trotz ambitionierter Ausbauziele geht das Reiner-Lemoine-Institut, dessen Namensgeber 1996 die Berliner Solarfirma Solon mitgegründet hatte, davon aus, dass der Anteil der Erneuerbaren an der Wärmeversorgung maximal 57 Prozent ausmachen könnte. Dafür müsste der Anteil der Solarthermie an der Wärmeerzeugung von derzeit fast null auf rund neun Prozent wachsen. Außerdem müsste die Abwärme aus den Biogasanlagen Brandenburgs genutzt werden. Derzeit liegt der Anteil der Erneuerbaren an der Wärmeversorgung in Berlin bei knapp einem Prozent und in Brandenburg bei etwa fünf Prozent. Bestenfalls ließen sich in der Region bis 2030 mehr als zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr bei der Wärmeversorgung sparen. Dafür allerdings müsste deutlich mehr in die energetische Sanierung von Gebäuden investiert werden. Derzeit betrage die jährliche Sanierungsrate 0,7 Prozent, erforderlich seien mindestens zwei Prozent. mat

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