Zühlsdorff geht : Schon wieder Rücktritt bei Berlin Partner

Peter Zühlsdorff nicht mehr Aufsichtsratschef.

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Berlin - Die Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner muss erneut einen Rücktritt verkraften. Peter Zühlsdorff, Ende 2010 zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, legt das Mandat „aus persönlichen Gründen“ nieder, wie es in einer Mitteilung der Gesellschaft heißt. Vor einem knappen halben Jahr war Geschäftsführer René Gurka wegen nicht ordnungsgemäßer Abrechnungs- und Bestellungsmodalitäten abgetreten. Zühlsdorff sollte eigentlich einen Nachfolger für ihn suchen, doch in den vergangenen Wochen zeichnete sich ab, dass die Geschäftsführerin Melanie Bähr die Gesellschaft dauerhaft allein führen wird. Dabei war Bähr im Sommer 2011, also noch zu Gurkas Zeiten, als dessen Ko-Geschäftsführerin eingestellt worden. Bis zur Neubesetzung des Aufsichtsratsvorsitzes wird nun die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz, das Gremium leiten.

Die Senatorin ließ sich in der Mitteilung mit den Worten zitieren, „Peter Zühlsdorff hat seine umfangreiche Erfahrung engagiert zur Fortentwicklung der Berlin Partner GmbH eingebracht“. Zühlsdorff lobte die Partner-Mitarbeiter für „ein funktionierendes Standortmarketing und eine effiziente Wirtschaftsförderung“. Ferner bedankte er sich bei seinen Aufsichtsratskollegen „für ihre Loyalität und die gute Zusammenarbeit“. Ob er damit auch Obernitz meinte, blieb am Montag offen. In Kreisen der Partner war indes von Unstimmigkeiten zwischen der Senatorin und dem erfahrenen Manager die Rede. Der 71-jährige Zühlsdorff, im Laufe der Jahrzehnte in diversen Funktionen in der deutschen Wirtschaft tätig, habe sich „die Art und Weise“ der Senatorin nicht antun wollen.

Die Berlin Partner sind entstanden durch die Fusion einer privatwirtschaftlichen Marketingorganisation, der landeseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft sowie der Außenhandelsförderung der IHK. In den vergangenen Monaten war hier und da der Eindruck entstanden, die neue, von der CDU benannte Wirtschaftssenatorin wolle die Berlin Partner wieder stärker an die Senatsverwaltung binden. Das könnte korrespondieren mit dem Verzicht auf die Wiederbesetzung der Chefposition. Die derzeit allein die Geschäfte führende Melanie Bähr war als „Innenministerin“ geholt worden, um die internen Abläufe zu optimieren. alf

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