Wirtschaft : Zufriedene Cowboys

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Ein beliebter Mythos, der von der Linken beiderseits des Atlantiks immer wieder gern genährt wird, ist die Vorstellung, dass die Menschen in den USA von Ängsten verfolgt werden, dass grassierende Gewalt das Leben im Alltag unerträglich gefährlich macht und die Nation obendrein in panischem Schrecken vor Terroranschlägen lebt. Und der „CowboyKapitalismus“ hält die Menschen in ständiger Furcht, ihren Job zu verlieren.

Laut einer kürzlich vom Magazin „Der Spiegel“ veröffentlichten Studie hat der Wettbewerb mit China Amerika jetzt „in ernsthafte Selbstzweifel gestürzt“. Nur offenbar haben die Amerikaner noch nichts davon bemerkt. Die Marktforscher von Harris Interactive befragten im Juni 1000 erwachsene US-Bürger nach ihrem Lebensgefühl und ihren Zukunftsperspektiven. Harris verglich die Resultate mit denen einer Studie, die im letzten Herbst ähnlich von der EU-Kommission für Europa durchgeführt wurde. Der Vergleich zeigt, dass die Amerikaner mit ihrem Leben sehr viel zufriedener sind, sehr viel mehr Verbesserungen in ihrem Leben sehen und für die Zukunft auch mehr erwarten als die Europäer. 58 Prozent der Amerikaner sind „sehr zufrieden“ gegenüber nur 31 Prozent der Menschen in der EU.

Wie die Meinungsforscher feststellten, sorgen die Europäer sich am meisten um Wirtschaft und Arbeitsplätze – aus gutem Grund. Das Wirtschaftswachstum betrug in Europa in den letzten Jahren weniger als die Hälfte des US-Wachstums, und die Arbeitslosigkeit ist fast doppelt so hoch wie in Amerika. Kein Wunder, dass Franzosen, Deutsche und Italiener in Anbetracht ihrer besonders schwachen Volkswirtschaften am pessimistischsten und unzufriedensten sind. Das einst so hochgelobte „Sozialmodell“ Europas bereitet den Menschen offenbar zunehmend schlaflose Nächte. Die Amerikaner hingegen finden ihre weniger geregelten Sozialstrukturen und größeren Freiheiten offenbar eher belebend als beunruhigend. Wie könnte das irgendjemanden überraschen?

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