Wirtschaft : Zugunsten der Passagiere

Flora Wisdorff

David kämpft gegen Goliath, Germania gegen Lufthansa. Das Bundeskartellamt unterstützt in diesem Fall den Kleinen, indem es der Lufthansa das Preis-Dumping verbietet - und zwar zu Recht. Die großen Luftfahrtgesellschaften befinden sich zwar in einer schweren Krise - ein Rückgang der Passagierzahlen bei der Lufthansa von zuletzt 12,7 Prozent macht das Ausmaß deutlich. Billigflieger, zu denen neben der Germania auch Ryanair, Buzz oder Go gehören, erleben dagegen einen Boom. Ihr Konzept, die Passagiere mit einem Minimum an Service zu niedrigen Ticketpreisen zu befördern, geht auf: Der erfolgreichste Billigflieger, Ryanair, bestellte im Januar 100 Boeing-Jets für die geplante Europa-Expansion. Das gefällt der Lufthansa gar nicht. Die Niedrigpreisstrategie des Konzerns, die darauf abzielt, den ungeliebten Konkurrenten von der geliebten Monopolstrecke Berlin-Frankfurt zu verdrängen, ist nicht der erste Vorstoß gegen die Billigflieger. Gerade wurde eine Klage der Lufthansa gegen Ryanair wegen vergleichender Werbung zugunsten der deutschen Fluggesellschaft entschieden. Dass die Lufthansa versucht, sich gegen die neuen Konkurrenten zu wehren, ist legitim. Auch eine Preissenkung auf der Strecke Berlin-Frankfurt wäre nicht zu beanstanden, wenn die Lufthansa mit den Preisen die Kosten decken würde. Das ist jedoch nicht der Fall, wie das Bundeskartellamt feststellte. Zudem hat die Lufthansa den Tarif erst eingeführt als Germania auf der Strecke startete. Sollte die Germania vom Markt verdrängt sein, wird die Lufthansa die Preise wieder anziehen - zum Schaden der Verbraucher.

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