Wirtschaft : Zukäufe bringen BASF voran

Restrukturierungsprogramm und Arbeitsplatzabbau trotz höherer Gewinne

Daniel Rhee-Piening

Berlin - Für den Chemiekonzern BASF haben sich die umfangreichen Zukäufe der jüngsten Vergangenheit – darunter der US-Konzern Engelhard, Degussa Bauchemie und Johnson Polymer – gelohnt. Die Ludwigshafener konnten im dritten Quartal 2006 operatives Ergebnis und Umsatz um zweistellige Prozentraten steigern. Auch für das Gesamtjahr 2006 zeigte sich der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht am Donnerstag optimistisch. Für den Konzern erwarte er einen Umsatzanstieg auf mehr als 50 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen soll über Vorjahr liegen. BASF geht für das vierte Quartal von einer unverändert starken Nachfrage aus. Der Druck auf die Gewinnmargen werde aber anhalten, schränkte Hambrecht ein.

Analysten äußerten sich positiv. „Die Beiträge der Akquisitionen, die Kosteneinsparungen und die guten Margen im Chemikaliengeschäft liefern positive Aussichten für 2007“, kommentierte Andreas Heine von der Münchner Großbank HVB. Die BASF-Aktie verlor ein Prozent auf 67,85 Euro.

Zugleich verkündete der Vorstandsvorsitzende ein weiteres weltweites Restrukturierungsprogramm, das bis 2008 jährliche Einsparungen von 300 Millionen Euro bringen soll. In der Folge sollen rund 1000 Stellen wegfallen, vor allem in Asien und Nordamerika. Weitere 1000 Arbeitsplätze werden infolge der Integration der Neuerwerbungen gestrichen.

Das dritte Quartal 2006 schließe nahtlos an die gute Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr an, sagte Hambrecht weiter. Es sei das 13. Quartal in Folge gewesen, in dem BASF einen Umsatzanstieg habe erreichen können. Im Konzern legte dieser um 28,4 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro zu. Ohne die Akquisitionen hätte das Umsatzwachstum bei rund 10 Prozent gelegen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen verbesserte sich um rund 22 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich sank allerdings der Gewinn um 24,1 Prozent auf 613 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen hohen Sonderertrag aus dem Verkauf einer Beteiligung verbucht.

In den ersten neun Monaten 2006 legte das Ebit um 18,5 Prozent auf 5,39 Milliarden Euro zu. Das Nettoergebnis stieg – wegen der zahlreichen Zukäufe – lediglich um 1,5 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 22,9 Prozent auf 38,136 Milliarden Euro zu.

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