Zukauf : Daimler steigt ins Geschäft mit Motorrädern ein

Die Daimler-Tochter Mercedes-AMG hat ein Viertel des italienischen Motorrad-Herstellers MV Augusta übernommen. Das soll die Verkaufszahlen steigern.

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Brutal sportlich. Die Bikes von MV Augusta heißen "Brutale" oder "Rivale".
Brutal sportlich. Die Bikes von MV Augusta heißen "Brutale" oder "Rivale".Foto: Reuters

BMW baut sie selbst, Volkswagen kaufte sie sich vor zwei Jahren – jetzt steigt auch Daimler ins Geschäft mit Motorrädern ein. Ein Viertel des italienischen Herstellers MV Agusta habe die Sportwagentochter Mercedes-AMG für eine nicht genannte Summe erworben, teilte Daimler am Freitag mit. Spekuliert worden war über den Einstieg bei dem Rennstallbesitzer, der PS-Bikes mit dem Namen „Brutale“ baut, schon länger. Nun sichert sich der Stuttgarter Autobauer „einen Kooperationsvertrag über eine langfristige Partnerschaft“ bei Marketing und Vertrieb. In Branchenkreisen wird von einem Kaufpreis von mindestens 30 Millionen Euro gesprochen.

Was BMW und Mercedes-AMG gemeinsam haben

Die beiden Unternehmen verbänden „dieselben Werte und Ziele für die Zukunft – höchste Perfektion, optimale Performance und Motorsport-Technologie für die Straße erlebbar machen“, sagte Mercedes-AMG-Chef Tobias Moers. Agusta-Chef Giovanni Castiglioni hofft, dass Mercedes „zum beschleunigten Wachstum“ des 1945 gegründeten Zweiradbauers mit Sitz in Varese beiträgt. 2014 will die Firma, die zeitweise zu Harley-Davidson gehört hat, knapp 10 000 Motorräder verkaufen.

Ähnlich wie bei der Übernahme der italienischen Motorradschmiede Ducati durch die VW-Tochter Audi vor zwei Jahren halten Analysten den Mercedes-Deal für eine vom Marketing getriebene Liebhaberei. Am Rennsport interessierte, solvente Kunden dächten auch an den Kauf eines sportlichen Motorrads, beschreibt man bei Daimler die Logik des Einstiegs. „Diese Kunden wollen ein Produkt, das mit ihrer Automarke verbunden ist.“ Mercedes-AMG biete die Partnerschaft „den Einstieg in die Welt von weiteren High- Performance-Enthusiasten“, teilte AMG- Chef Moers mit.

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