• Zukunft der Bundesdruckerei ist gesichert Drohende Zahlungsunfähigkeit des Mutterkonzerns wurde abgewendet

Wirtschaft : Zukunft der Bundesdruckerei ist gesichert Drohende Zahlungsunfähigkeit des Mutterkonzerns wurde abgewendet

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Berlin (dpa) . Die Zukunft der Berliner Bundesdruckerei-Gruppe ist eineinhalb Jahre nach ihrer Privatisierung gesichert. Die drohende Zahlungsunfähigkeit des Authentos-Konzerns, zu dem die Druckerei gehört, wurde abgewendet. Die Authentos-Gesellschafter hätten sich mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und dem Bund auf ein Finanzierungspaket geeinigt, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Die Rettung ist allerdings mit dem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. Über die Einzelheiten wurde Stillschweigen vereinbart. Mit der jetzt geplanten Restrukturierung würden „Bestand und Weiterentwicklung“ der Gruppe gesichert, sagte Authentos-Geschäftsführer Michael Pawlowski. „Um einen Arbeitsplatzabbau im Unternehmen werden wir aber nicht herumkommen.“ Konkrete Zahlen nannte er nicht. Derzeit beschäftigt der Konzern rund 3500 Mitarbeiter.

Die Bundesdruckerei war Ende 2000 für rund eine Milliarde Euro vom Bund an die Beteiligungsgesellschaft Apax veräußert und mit anderen Unternehmen in der Authentos-Gruppe zusammengefasst worden. Nach erheblichen Verlusten im Chipkarten-Bereich wegen der Krise auf dem Telekommunikationsmarkt geriet die Gruppe in eine Schieflage. Für 2001 wies der Konzern in Folge der Privatisierung einen Verlust von 400 Millionen Euro aus. Bei der Bundesdruckerei werden neben Banknoten auch Personalausweise und Führerscheine gedruckt.

Frisches Geld von der Helaba

Zu Authentos gehört ferner die britische Hochsicherheitsdruckerei Security Printing and Systems Ltd. Die Bundesdruckerei und Security Printing selbst erwirtschaften Gewinne. Die Authentos-Gesellschafter hatten nur einen Teil des Kaufpreises bezahlt. Der Bund als früherer Eigentümer hatte zunächst 230 Millionen Euro gestundet. Zudem hatte die Helaba als größter Kreditgeber 500 Millionen Euro beigesteuert. Im Rahmen des Hilfspakets soll die Helaba auf Zins- und Tilgungszahlungen verzichten und frisches Geld bereitstellen. Der Bund sollte dazu bewegt werden, auf den gestundeten Kaufpreis ganz zu verzichten.

Die bisherigen Pläne sahen vor, die Authentos-Tochter Orga Kartensysteme in zwei Bereiche aufzuteilen. Der für Chipkarten zuständige Bereich Orga Smartcard sollte mit rund 1000 Beschäftigten allein weitergeführt werden. Orga Systemhaus soll an die Bundesdruckerei angegliedert werden.

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