Wirtschaft : Zukunft der Mannesmann-Tochter bis kommende Woche klar

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Konkrete Verhandlungen über die Zukunft der Atecs Mannesmann AG haben bereits am Donnerstag begonnen. Mannesmann und Großaktionär Vodafone wollen bis zur neuen Aufsichtsratssitzung am 17. April zu einer Entscheidung kommen. In der Zusammenkunft am 5. April war es - wie in einem Teil der Auflage berichtet - zu keinen Beschlüssen gekommen. Eine zügige Entscheidung liegt im Interesse aller Beteiligten, wurde sowohl von Seiten der Atecs-Eigner als auch der Übernahmeinteressenten betont. Dem Gremium lagen am Mittwoch die Übernahmeangebote von Thyssen Krupp und die erst am selben Tag eingegangene überraschende gemeinsame Offerte von Siemens und Bosch vor. Zudem berichtete Mannesmann-Vorstandsvorsitzender Klaus Esser über den Fortgang des von ihm geplanten Börsengangs von Atecs und erläuterte das Angebot verschiedener Banken zur Absicherung der zweiten Tranche für das Going-Public. In der Sitzung waren Aufsichtsrat und Vorstand zu dem Ergebnis gekommen, die Angebote "in Abstimmung mit Vodafone" bis zum 17. April eingehend zu prüfen.

Die Erklärung deutet darauf hin, dass nun auch Vodafone voll eingebunden wird. Der Großaktionär hatte ursprünglich zugesagt, Atecs an die Börse zu bringen. Dabei sollte im Juni 2000 etwas mehr als die Hälfte der Anteile platziert werden. Der kleinere Rest sollte im Jahr 2001 folgen. Vodafone-Chef Christ Gent hatte sich inzwischen aber auch nicht gegen einen Verkauf gestellt. Er konnte allerdings bisher nicht aktiv in die Verhandlungen eingreifen, da die Mannesmann-Übernahme noch der Zustimmung der EU-Kommission bedarf. Damit wird vor der Aufsichtsratssitzung gerechnet. Beide Gruppen sehen der Prüfung optimistisch entgegen. Sie wollen Atecs vollständig übernehmen und bieten einen Preis von 9,1 Milliarden Euro (Siemens/Bosch) bzw. 8,75 Milliarden Euro (Thyssen Krupp).

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