Wirtschaft : Zum Greifen nah

Der 3-D-Fernseher hat die beste Bildqualität – und den höchsten Preis. Doch nicht für jeden ist die neue Technik ein Vergnügen

Severine Weber
Die Dinos sind los.
Die Dinos sind los.Foto: 20th Century Fox/Cinetext

Ein Fußball fliegt aus dem Bildschirm, eine Herde Elefanten trampelt am Sofa vorbei, Fleischbällchen regnen auf den Teppich. 3-D-Filme gab es bislang nur im Kino, neuerdings aber auch im heimischen Wohnzimmer. Doch dreidimensionale Bilder bereiten nicht nur Vergnügen, sondern auch Kopfschmerzen.

Bevor Verbraucher einen 3-D-fähigen Fernseher kaufen, sollten sie das Gerät daher selbst testen und die eigene Sehverträglichkeit einschätzen. Dazu rät die Stiftung Warentest. Sie hat 17 Fernseher getestet, LCD- und Plasmamodelle. Ein Gerät ist 3-D-fähig. Die Experten bewerteten die Bild- und Klangqualität, Bedienung, Vielseitigkeit und Stromverbrauch der Geräte. Das Ergebnis: Fünf Fernseher erhielten die Note „gut“, elf schnitten „befriedigend“ ab. Ein Gerät konnte in gar keinem Punkt überzeugen: Der günstigste Fernseher im Test, der LT8-M26BB von Funai, bekam nur die Note „ausreichend“.

Begeistert waren die Experten dagegen vom Samsung UE40C7700 mit einer Bildschirmdiagonale von 102 Zentimetern. Das lag aber nicht an der 3-D-Funktionalität, die das Gerät liefert. „Er überzeugte uns einfach mit einem so guten Bild, wie wir es noch nie in einem Fernsehertest zu Gesicht bekamen“, schreiben die Tester. Zudem ist der Samsung ein Multitalent. Denn mit dem Gerät kann man im Internet surfen und Sendungen ohne Rekorder aufnehmen. Der Fernseher verfügt über eine USB-Schnittstelle.

Auch die Qualität der 3-D-Bilder von Samsung überzeugte die Tester. Allerdings ist das dreidimensionale Fernsehvergnügen mit Vorsicht zu genießen. Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung können nur schlecht oder gar nicht dreidimensional sehen. Auch empfanden die Tester die 3-D-Brillen als lästig. Brillenträger müssen sie vor die Sehbrille klemmen. Im Prüflabor sahen sich zehn Testpersonen einen 90-minütigen 3-D-Animationsfilm an. Bei einem Sehabstand von nur 1,5 bis zwei Metern kam fast Kinogefühl auf. Doch nach dem Film fühlten sich fast alle Probanden müde, die Hälfte klagte über Druck auf der Stirn oder Kopfschmerzen. Im Kino treten diese Probleme weniger auf. Hier ist die Technik anders und der Abstand zur Leinwand größer.

Selbst Samsung warnt auf seiner Internetseite: „Manche Zuschauer können beim 3-D-Fernsehen Beschwerden wie Schwindelanfälle, Übelkeit und Kopfschmerzen bekommen.“ Jenny Brauner von der Stiftung Warentest rät daher: „Die Verbraucher sollten bei dem Gerät auf jeden Fall probeschauen.“ Eine halbe Stunde reiche bereits.

Enttäuscht hat Samsung aber beim Preis. Der 3-D- Fernseher kostet 2150 Euro, mit 3-D-Zubehör sogar 3000 Euro. Eine günstigere Alternative ohne 3-D-Funktion, aber mit einem vergleichbar guten Bild ist der gleich große KDL-40EX705 von Sony für 1 200 Euro. Allerdings konnte die Tonqualität die Experten nicht überzeugen, dafür loben sie den geringen Stromverbrauch.

Wer einen kleineren Bildschirm bevorzugt, für den ist der Sony KDL-37EX500 (94 Zentimeter Bilddiagonale) für 780 Euro zu empfehlen oder der Samsung LE32C679 (60 Zentimeter Bilddiagonale) für 870 Euro. Severine Weber

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