Wirtschaft : Zumwinkel setzt auf Erfolg der Postbank

Der Post-Chef rechnet nach der Terminverschiebung und Preissenkung mit genügend Käufern für die Aktien der Tochter

Rolf Obertreis

Frankfurt (Main) - Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel rechnet fest mit einem Erfolg des Börsengangs der Postbank am Mittwoch. Letztlich habe nach einem harten Kampf der Markt entschieden. „Wir hören darauf. Der Markt hat Recht“, sagte Zumwinkel. „Aber mit dem neuen Modell wird der Börsengang ein Erfolg.“ Grund für Zumwinkels Optimismus ist das offenbar gut gefüllte „Schattenbuch“, in dem vor allem Fonds zugesagt haben, dass sie die Aktien innerhalb der neuen Preisspanne von 28 bis 32 Euro kaufen werden. Rund 15 Prozent der Emission sollen an Privatanleger gehen.

Die Auftragsbücher für den ursprünglich für Montag geplanten Börsengang der Postbank waren am Freitagabend geschlossen worden, weil die Nachfrage vor allem bei Fonds und Versicherungen bei der Preisspanne von 31,50 bis 36,50 Euro offenbar deutlich unter den Erwartungen geblieben war. Deshalb sahen sich Post und ihre Tochter Postbank gezwungen, ihr Angebot zu verbilligen. Die Alternative wäre nach Angaben von Zumwinkel nur die Absage des Börsengangs gewesen.

Deshalb hat die Post die Preisspanne um rund zehn Prozent gesenkt. Dies gilt aber nur für zwei Drittel oder rund 55 Millionen Aktien der ursprünglich geplanten Emission von insgesamt rund 83 Millionen Aktien. Die neue, verbilligte Zeichnung soll der Post mindestens 1,6 Milliarden Euro bringen. Bis Dienstag können jetzt noch Aktien geordert werden, am Mittwoch soll dann an der Frankfurter Börse der Handel mit den Postbank-Aktien beginnen.

Das restliche Drittel der Emission wird zunächst über eine Umtauschanleihe der Post auf die Postbank nur indirekt an die Börse kommen. Die Umtauschanleihe soll mit einer Verzinsung zwischen zwei und drei Prozent und einer Laufzeit von drei Jahren angeboten werden. Die Post nimmt damit sofort eine Milliarde Euro ein. Das entspricht rein rechnerisch einem Aktienkurs von rund 38 Euro. Damit stellt die Post sicher, dass der Börsengang ihres Tochterunternehmens doch noch den geplanten Mindesterlös von 2,6 Millionen Euro in die Kasse bringt. Die genauen Bedingungen für die Wandelanleihe will die Post am Mittwoch bekannt geben.

Zumwinkel machte die Deutsche Bank maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Emissionsspanne für die Aktien der Postbank um rund zehn Prozent gesenkt, der Börsengang um zwei Tage verschoben und die geplante Emission nur in Kombination mit einer Wandelanleihe über die Bühne gehen kann. Ende Mai war ein internes Papier der Deutschen Bank öffentlich geworden, das den Wert der Postbank deutlich unter den Annahmen der Post einschätzte. Die Veröffentlichung dieses internen Papiers „hat uns einiges gekostet“, sagte Zumwinkel. Rechtliche Schritte gegen die Deutsche Bank, die das Bankenkonsortium für die Emission leitet, schloss der Post-Chef nicht prinzipiell aus. „Ich kann nicht in die Zukunft schauen.“

Zumwinkel und Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann machten am Sonntag keine Angaben, wie viele Zeichnungsaufträge zu welchen Preisen bis Freitag eingegangen waren. Und wie viele Investoren auf einen niedrigeren Preis gedrängt hatten. Die Entscheidung für die Wandelanleihe sei allerdings keine Frage gewesen, „ob wir das machen mussten oder nicht“, sagte der Postbank-Chef. Es habe sich bei den Gesprächen mit mehr als 100 Investoren in den letzten Wochen erst gezeigt, dass dieser Weg von vielen favorisiert würde.

Dass Post und Postbank bis zuletzt die ursprüngliche Preisspanne hart verteidigt hatten, begründet Zumwinkel mit dem „harten Pokerspiel, bei dem Sie unterwegs nicht zucken dürfen“.

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