Wirtschaft : Zumwinkel stützt Telekom-Chef Obermann

Der Aufsichtsratschef sieht den Konzern vor „extremen Herausforderungen“. Weiter Streik in der Region

Berlin - Der zuletzt in die Kritik geratene Telekom-Chef René Obermann erhält Rückendeckung von seinem Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel. „Obermann und der Vorstand haben mein volles Vertrauen und meine Unterstützung“, sagte Zumwinkel dem „Handelsblatt“. Damit bricht der Post-Chef erstmals mit seinem Grundsatz, sich nicht über die Telekom zu äußern, wo er seit vier Jahren das Aufsichtsgremium leitet.

Die Telekom-Spitze streitet derzeit heftig mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über eine tiefgreifende Restrukturierung. Obermann will 50 000 Servicekräfte der Festnetzsparte in neue Einheiten ausgliedern, wo sie für weniger Lohn mehr arbeiten sollen. Im Gegenzug bietet die Telekom einen Kündigungsschutz bis 2011. Das jüngste Angebot, wonach die Mitarbeiter künftig auch am Unternehmenserfolg beteiligt werden sollen, lehnte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder ab. „Es ist erfreulich, dass die Telekom sich über Kompromisse Gedanken macht. Aber das, was sie jetzt angeboten hat, ist keiner“, sagte Schröder der Zeitung.

Verdi rief für diesen Dienstag erneut mehr als 2500 Telekom-Beschäftigte in der Region Berlin-Brandenburg auf, die Arbeit niederzulegen. Über Pfingsten seien der Servicebereich und technische Bereitschaftsdienste bestreikt worden, teilte Verdi am Montag mit.

Laut Zumwinkel befindet sich die Telekom in einer Phase extremer Herausforderungen. Obermann habe daher schon frühzeitig nach seiner Berufung im vergangenen Herbst ein Konzept vorgelegt, wie diesen Herausforderungen begegnet werden könne. Nun sei das Management dabei, die notwendigen Maßnahmen entschieden umzusetzen. Dies schließe Veränderungen für die Mitarbeiter ein. „Ich erwarte von allen Beteiligten in dieser Situation Kreativität, Flexibilität und Zukunftsorientierung“, sagte Zumwinkel. Ob er sein Mandat als Chef des Aufsichtsrats, das Anfang 2008 ausläuft, verlängern wird, wollte er nicht sagen. Die Frage stehe noch nicht an.HB/dpa

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