• Zur Debatte der EZB-Nullzinspolitilk: Eine erfolgreiche Politik des billigen Geldes nützt den Sparern

Zur Debatte der EZB-Nullzinspolitilk : Eine erfolgreiche Politik des billigen Geldes nützt den Sparern

Nicht die EZB, sondern die restriktive Finanzpolitik trägt die Schuld an den Folgen der Niedrigzinspolitik.

Rudolf Hickel
Sparen ja, aber wie? Durch das vorsichtige Verhalten der Sparer sinken die Renditen auf den Finanzmärkten.
Sparen ja, aber wie? Durch das vorsichtige Verhalten der Sparer sinken die Renditen auf den Finanzmärkten.Foto: Armin Weigel / dpa

Die Billig-Geld-Politik muss durch expansive Finanzpolitik, die wirtschaftliche Nachfrage generiert und Deflation und Jobabbau verhindert, unterstützt werden. Davon würden laut Rudolf Hickel, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Bremen, die Sparer und Sparerinnen profitieren.

"Die Europäische Zentralbank musste im Klima der Finanzmarktkrise ab 2007, aber auch wegen der nachfolgenden wirtschaftlichen Wachstumsschwäche bei niedriger Inflation auf die Niedrigzinspolitik umschalten. Ziel war und ist es, das Euroland vor der Deflationsgefahr zu bewahren. Die Instrumente sind niedrige Leitzinsen, riesige Ankaufprogramme vor allem von Staatsanleihen und ein Strafzins von 0,3% für Banken, die billige Liquidität bei der Notenbank bunkern anstatt diese für die günstigen Kreditbedingungen zu nutzen. Diese Geldpolitik, die sich in einschlägigen Lehrbüchern nicht nachlesen lässt, muss bei den monetaristischen Antiinflationisten auf erbitterte Kritik stoßen. Dazu gehört auch die Skandalisierung der durch diese Mindestzinspolitik ausgelösten vordergründigen Schäden für die Sparerinnen und Sparer. Der Zinsverlust ist klar: Der Nominalzins auf Spareinlagen von angenommenen 0,3% führt bei der in diesem Jahr zu erwarteten Inflationsrate von 1,5 % zu Verlusten beim Realzins um 1,2%. Damit erzeugt das Sparvermögen über die  Verzinsung reale Einkommensverluste, die die Kaufkraft einschränken. Der EZB wird unterstellt, sie betreibe diese Enteignung der Sparerinnen und Sparer bewusst. Auch werden die unbestreitbaren Verluste bei der privaten Kapitalvorsorge für die Alterssicherung durch Lebensversicherungen gegeißelt."

Den vollständigen Beitrag von Rudolf Hickel lesen Sie auf unserem Debattenportal Tagesspiegel Causa.

Außerdem finden Sie dort weitere Beiträge zu der Debatte zur Nullzinspolitik der EZB.

Auf Tagesspiegel Causa entsteht nach und nach eine Infografik zu diesem Thema, indem weitere Autoren sich beteiligen und untereinander ihre zentralen Argumente bewerten.

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