ZUR PERSON : Ein Berliner zu Besuch

DER AUTOR

Sein asketisches Gesicht, die schmale Silhouette scheinen sich seit Jahrzehnten nicht zu verändern. Sein neues Buch „Stunde der Heuchler“, das am 1. Oktober bei Econ erscheint, beginnt mit den Worten: „Ich bin ein alter, ein sehr alter Mann.“ Aber seine 82 Jahre sieht man dem früheren Daimler-Chef Edzard Reuter nicht an. Er geht aufrecht, federt die Treppe zum Besprechungszimmer hinauf und trägt zum Hahnentrittsakko ein modisches Jeanshemd.

DER BERLINER

Stuttgart ist sein Zuhause geworden, er unterhält aber eine kleine Wohnung in Berlin Unter den Linden. In dem edlen Café, in dem er oft frühstückt, wird er mit Handschlag begrüßt. Berlin ist seine Geburtsstadt, aber aufgewachsen ist er in Ankara, weil seine Familie nach der Machtergreifung der Nazis ins Exil ging. Nach dem Krieg war sein Vater Ernst Reuter für die SPD Regierender Bürgermeister von Berlin. Edzard Reuter studierte in Berlin: Mathematik, Physik und schließlich Jura.

DER MANAGER

1964 kam er zu Daimler nach Stuttgart, von 1987 bis 1995 war er Vorstandschef. In dieser Funktion verdiente er zuletzt rund zwei Millionen D-Mark und damit etwa ein Viertel der Bezüge des heutigen Daimler- Chefs. Seine Vision eines „integrierten Technologiekonzerns“ versuchte er, durch Zukäufe umzusetzen, was ihm an der Börse den Ruf eines Kapitalvernichters eintrug. Reuter sorgte dafür, dass Daimler bei der Bebauung des Potsdamer Platz in Berlin eine tragende Rolle spielte.mod

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