Zur Person : Von Gipfel zu Gipfel

von

Sehr selten hat er Interviews

gegeben, und das hier ist

sein letztes als Staatsdiener: Bernd Pfaffenbach (65), Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, ist ab Mittwoch in Ruhestand. Er hat Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel beraten, für

Richard von Weizsäcker und mehrere Wirtschaftsminister gearbeitet. Philipp Rösler, sein letzter Chef, hat ihn gerade

mit einem großen Empfang

verabschiedet – ohne ihn näher zu kennen. Rösler war ein Jahr alt, als sich Pfaffenbach beim Wirtschaftsministerium in Bonn vorstellte. Fast wäre er damals zu spät gekommen: Der Busfahrer ließ ihn am

Landwirtschaftsministerium aussteigen, so dass der junge Volkswirt einen 20-minütigen Sprint einlegen musste. Jetzt sitzt er auf der schwarzen

Ledercouch in seinem Büro, auf der auch schon Bono gesessen hat, und zieht Bilanz. Kein böses Wort kommt ihm über die Lippen, natürlich nicht. Aber er lässt erkennen, wie sehr ihn der Abschied von der Funktion des Sherpas Ende 2009 schmerzte. Benannt ist sie nach den Bergführern im Himalaya – sein Job war es, für Schröder und Merkel die G-8-Gipfeltreffen vorzubereiten und die Abschlussdokumente zu verhandeln. Auch am letzten Wochenende ließ er sich ins Büro fahren: um seine Akten

zu ordnen und aufzuräumen. Die Infrastruktur des Amts werde ihm fehlen, sagt er.

Pfaffenbach bleibt in Berlin – er hat sich hier schon vor

einiger Zeit eine Wohnung

gekauft. Sein Nachfolger im

Ministerium ist Röslers Vertrauter Stefan Kapferer (45). mod

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