Wirtschaft : Zusammenfassung Telekommunikation

Telefonieren über neue Netze: Jetzt auch Probleme mit Gebührenabrechnung HAMBURG (dpa).Die Deutsche Telekom wird die Gebühren für Wechsel zu einem anderen Anbieter vorläufig nicht erheben.Der Sprecher der Telekom, Jürgen Kindervater, sagte, die Regulierungsbehörde habe dem Unternehmen in einem offiziellen Schreiben mitgeteilt, daß die Gebühren für einen Wechsel zu einem anderen Anbieter bei Ferngesprächen (Pre-Selection) in Höhe von 95 DM sowie die Gebühr für die Mitnahme der alten Telefonnummer (53 DM) genehmigungspflichtig seien.Kindervater sagt "Bild": "Wir haben sofort alle Niederlassungen informiert, daß sie unseren Kunden diese Gebühr nicht mehr in Rechnung stellen dürfen, bis die Regulierungsbehörde sie genehmigt hat." Die wenigen Zahlungsaufforderungen, die bereits verschickt worden seien, würden gutgeschrieben beziehungsweise müßten nicht überwiesen werden. Die Telefongesellschaft Mannesmann Arcor hat nach eigenen Angaben in den ersten Tagen dieses Jahres bereits über 100.000 Gespräche über ihr Telefonnetz geleitet.Der Start in den seit Jahresbeginn freigegebenen Telefonmarkt für Privatkunden sei reibungslos verlaufen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit.Die über Mannesmann Arcor geführten "Call-by-Call"-Gespräche, bei denen sich der Kunde über eine Vorwahl direkt ins Netz des neuen Anbieters wählt, würden dem Kunden auf seiner Telefonrechnung ausgewiesen, hieß es weiter. Bonn/Kiel (dpa) - Die Probleme beim Start in die neue Ära der Telekommunikation reißen nicht ab: Nach dem Streit um zusätzliche Gebühren für wechselwillige Telekomkunden gibt es jetzt auch Verunsicherung bei der Gebührenabrechnung.Weil offenbar viele der neuen privaten Anbieter keinen Zählimpuls für die Gebührenzähler der Telekom aussenden, fürchten zum Beispiel Hotels, sie könnten auf den Telefonkosten ihrer Gäste sitzenbleiben.Die Folge: Private Telefonfirmen sehen sich von Sperrungen ihrer mit 010 beginnenden Kennzahlen bedroht.Wie eine stichprobenartige dpa-Umfrage am Dienstag ergab, haben zahlreiche Hotels und Ferienanlagen in Schleswig-Holstein solche privaten Netzvorwahlnummern bereits gesperrt. Das technische Problem zwischen Telekom und der neuen Konkurrenz macht auch Betreibern großer Telefonanlagen zu schaffen, wie etwa der Landesregierung in Kiel."Wir haben das gleiche Problem", sagte im Innenministerium der Betriebsleiter der Fernsprech-Entstörungsstelle, Jürgen Häger.Wenn jemand aus der Telefonanlage des Landes einen privaten Betreiber anwähle, würden keine Zielimpulse zurückgesendet.Die Kosten würden deshalb auf der Rechnung im Block der Zentralnummer zugeordnet, nicht aber dem jeweiligen Einzelanschluß. Die Telekom in Kiel reagierte auf den Vorwurf, sie richte ihre Technik nicht nach den Impulsen der Konkurrenz aus, mit der Frage: "Wer muß sich wem anpassen?" Die Telekom-Zentrale in Bonn wollte sich erst am Nachmittag zu dem Problem äußern.Ein Sprecher der privaten MobilCom AG in Schleswig sagte der dpa, die Telekom lege ihrer Konkurrenz Steine in den Weg und unterbinde damit den Wettbewerb. Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband in Bonn wies am Dienstag darauf hin, daß die Gebührenzähler von Hotels nicht mehr in jedem Fall mitlaufen, wenn der Gast von der Direktwahlanlage seines Zimmers aus ein anderes Telefonnetz als das des vom Hotel eingestellten Betreibers anwähle.Gastbetriebe könnten sich aber dadurch schützen, daß sie alle mit 010 beginnenden Rufnummern sperren ließen. Stadt Köln liebäugelt mit NetCologneKöln (Reuters) - Die Stadt Köln erwägt einen Wechsel in das Festnetz der lokalen Telefongesellschaft NetCologne GmbH.Die Stadt werde alle Vergünstigungen, die sich aus der Freigabe des Telefonmarktes ergäben, voll auszuschöpfen, sagte Manfred Burkhard vom Presseamt der Stadt Köln am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters."Nach unserem bisherigen Kenntnisstand ist NetCologne ein interessanter Anbieter", fügte er hinzu.Das Angebot müsse auf die Stadtverwaltung, die viele Ortsgespräche führe, zugeschnitten sein.Zuvor müsse jedoch der Stadtrat die Anschaffung einer ISDN-Anlage beschließen, sagte Burkhard. Eine Sprecherin von NetCologne lehnte eine Stellungnahme hierzu ab.Der Anbieter NetCologne gehört dem Energiekonzern GEW sowie der Stadt- und der Kreissparkasse. Ein Komplettwechsel auch aus dem Ortsnetz der Deutschen Telekom AG zu einem Wettbewerber ist bisher nur in Köln und Düsseldorf möglich, wo seit der Freigabe des deutschen Telefonmarktes am 1.Januar die lokalen Firmen NetCologne und Isis operieren.NetCologne verfügt nach eigenen Angaben als einziger neuer Anbieter in Köln über ein eigenen Netz mit 700 Kilometern Glasfaserkabel und 2400 Kilometern Kupferkabel.Bis Ende Februar solle der gesamte Stadtbereich an das Netz angeschlossen werden können.

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