Wirtschaft : Zusammenschluss: Time Warner und EMI haben Brüssel noch nicht überzeugt

msb

Die Entscheidung der EU-Kommission über den geplanten Zusammenschluss von EMI und Time Warner ist noch nicht gefallen. Das sagte eine Sprecherin von Wettbewerbskommissar Mario Monti am Freitag in Brüssel. In der nächsten Woche sollen die Gespräche fortgesetzt werden, in denen der britische Musikkonzern EMI die EU-Wettbewerbsbehörde von der Vereinbarkeit der Fusion mit dem EU-Wettbewerbsrecht überzeugen will. Am Montag werden EMI-Manager mit EU-Kommissar Mario Monti zusammentreffen. Am Dienstag läuft die Frist aus, während derer die Unternehmen der Kommission Vorschläge unterbreiten können, wie eine Monopolstellung auf dem Musikmarkt verhindert werden könnte. Aus Kreisen der Kommission verlautete gestern, das erhebliche Zugeständnisse von Seiten der Unternehmen dazu nötig seien. Von Seiten der Kommission wird offenbar befürchtet, dass ein durch den Zusammenschluss von EMI und dem US-Medien- und Musik-Konzern Time Warner entstehendes Unternehmen das Musikgeschäft im Internet beherrschen könnte. Dennoch wollte eine Sprecherin am Freitag keine Meldung der britischen Financial Times bestätigen, nach der die EU-Kommission den Zusammenschluss definitiv ablehnen wird. Es existiere nur ein internes Papier, das aber keineswegs die endgültige Entscheidung darstelle, sagte sie. Die Kommission muss bis zum 18. Oktober über die Fusion EMI / Time Warner entscheiden. Die Entscheidung über das davon unabhängige Verfahren über die Großfusion AOL und Time Warner soll am 24. Oktober fallen. Laut einem Papier der zuständigen Kommissionsbeamten werde ein Zusammenschluss von EMI und Time Warner von der Kommission als Oligopol betrachtet, das Preise für Musikproduktionen und Tonträger festsetzen könnte. Gerade beim Herunterladen von Musik im Internet könne der Konzern eine marktbeherrschende Stellung einnehmen.

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