Wirtschaft : Zusatzpolicen: Welche sich für Sie lohnen

J. Pennekamp

Viele Kassenpatienten wollen mit einer privaten Zusatzversicherung ihren Schutz verbessern. Doch nicht jede Police ist sinnvoll.

„Wirklich gebraucht wird eigentlich nur die Auslandsreisekrankenversicherung“, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die zahlt dafür, dass man nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit nach Deutschland transportiert wird. Die Policen gibt es schon für fünf Euro im Jahr.

Nur für Gutverdiener lohnt sich eine Krankentagegeldversicherung. Sie ersetzt den Einkommensverlust bei längerer Krankheit. Die volle Lohnfortzahlung des Arbeitgebers läuft nach sechs Wochen aus, danach erhält man nur noch ein vermindertes Krankengeld. Ein Arbeitnehmer mit 2550 Euro netto im Monat bekommt dann nur noch 2009 Euro. Um diese Lücke mit einer privaten Versicherung zu schließen, müsste ein 43-jähriger Mann – je nach Anbieter – zwischen 7 und 15 Euro im Monat zahlen.

Hochkonjunktur haben Zahnzusatzversicherungen. Sie zahlen die Differenz zwischen dem, was die Krankenkassen für Brücken und Kronen zahlen, und dem, was der Zahnarzt verlangt. Nach Berechnungen der Stiftung Warentest muss ein 43-jähriger Neukunde für die Zahnzusatzpolice zwischen 20 und 30 Euro im Monat zahlen. Verbraucherschützerin Weidenbach rät jedoch ab. Man solle sein Geld lieber anderweitig anlegen und eventuelle Zusatzkosten selbst tragen, meint sie.

Ebenfalls im Trend: Pflegezusatzversicherungen. Diese schließen die Versorgungslücke zwischen Pflegekosten und den Leistungen der Pflegeversicherung. Cornelia Nowack von der Stiftung Warentest rät, sich frühzeitig um diese Zusatzversicherung zu kümmern. „Mit Mitte 40 zahlen Männer 20 Euro pro Monat. Schließen sie die Versicherung zehn Jahre später ab, ist der Schutz doppelt so teuer. Viele können sich das dann nicht mehr leisten“, sagt Nowack.

Nicht nötig, aber bequem: Mit einer Krankenhauszusatzversicherung wird man in der Klinik im Ein- oder Zweibettzimmer untergebracht und hat einen Anspruch darauf, vom Chefarzt untersucht zu werden. Die besten Einbettzimmertarife kosten laut Stiftung Warentest um die 40 Euro pro Monat.

Für alle Versicherungen gilt: Vergleichen lohnt sich. „Ähnliche Policen kosten bei einem Anbieter 23 Euro, bei einem anderen 58 Euro im Monat. Dabei ist die teurere Versicherung nicht unbedingt besser“, sagt Weidenbach. Auch die scheinbar verlockenden Angebote der eigenen Krankenkasse sind nicht immer günstig. Fast alle Kassen kooperieren inzwischen mit einem Privatversicherer und bieten dessen Zusatzpolicen mit Rabatten an. Dennoch können Konkurrenzangebote günstiger sein. Und Vorsicht: Die Rabatte verfallen, wenn man seine Kasse wechselt.J. Pennekamp

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