Zustellungsdienst : Post am Sonntag

Die Deutsche Post erwägt eine Zustellung von Geschäftssendungen wie Presseprodukten in Großstädten auch an Sonntagen. Die Maßnahme gilt als Vorbereitung für den Fall des Briefmonopols.

Bonn/Köln - In einem Pilotprojekt soll zunächst das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" ausgeliefert werden, teilte die Post mit. Das Magazin soll erstmals am 3. Juni in Düsseldorf und am 19. August in Hamburg an die Tür gebracht werden. Nach Abschluss des Tests werde eine Ausweitung des Angebots geprüft. Es gebe bei Geschäftskunden bereits weitere Anfragen für die Sonntags-Zustellung. Der Trend bei der Post gehe zu "mehr Service und Kundennähe", sagte Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel.

Die Initiative der Post erfolgt auch mit Blick auf den verstärkten Wettbewerbsdruck, den die Post offensiv angehen will. Zumwinkel sieht sein Unternehmen beim Auslaufen des nationalen Briefmonopols Ende dieses Jahres gut vorbereitet. Bei der völligen Marktöffnung müsse es allerdings auch faire Bedingungen geben, sagte Zumwinkel. Dies betreffe insbesondere soziale Mindeststandards bei Beschäftigten. Die Marktöffnung dürfe nicht zu Lohndumping und zu einem Wettbewerb um die schlechtesten Arbeitsbedingungen führen.

Bei der Liberalisierung müsse es außerdem auf EU-Ebene auch einen zeitlichen "Gleichklang" geben - das Ziel 2009 werde von der Post unterstützt, sagte Zumwinkel. Die Post verfolge die Strategie, Verluste von Marktanteilen in Deutschland durch Zugewinne in anderen Ländern auszugleichen. Als "Qualitätsführer" sei der Post "vor dem Wettbewerb nicht bange", betonte Zumwinkel. Sie werde auch weiterhin ihre Grundleistungen - den so genannten Universaldienst - in ganz Deutschland anbieten.

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