Wirtschaft : Zuversicht und Zweifel in Japan - Binnenkonsum bleibt schwach

In Japan haben sich führende Wirtschaftsvertreter mit Blick auf die Informationstechnologie zuversichtlich über die konjunkturelle Entwicklung in diesem Jahr geäußert. Vertreter kleiner und mittlerer Firmen hingegen haben angesichts des schwachen Binnenkonsums weiter Zweifel an einer selbsttragenen Erholung. Synergieeffekte aus Investitionen in die Informations-Technologie und Investitionen seitens der Informations-Industrie führten zu einer Erholung bei den Kapitalausgaben der Unternehmen. Das sagte der Chef des mächtigen Wirtschaftsdachverbandes Keidanren, Takashi Imai, nach einem Bericht der Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" vom Donnerstag.

Als Folge werde die Wirtschaft zum Ende des Fiskaljahres 2000 (per Ende März) auf den Weg zu einem zweiprozentigen Wachstum gelangen. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis der Nikkei-Aktienindex die Marke von 20 000 Punkten erreiche. Nach Ansicht von Hiroshi Okuda, Chef des japanischen Arbeitgeberverbandes Nikkeiren, könne Japan im Fiskaljahr 2000 das von der Regierung gesteckte Ziel von einem Prozent Wachstum erreichen. Auch Vertreter von Großunternehmen äußerten sich zuversichtlich, dass die Wirtschaft, angeführt vom Informationstechnologie-Sektor, in diesem Jahr zu einer selbsttragenden Erholung zurückkehren werde.

Der Chef der Supermarktkette Jusco, Takuya Okada, hingegen erwartet eine vollständige Erholung erst im Verlauf des kommenden Jahres 2001 oder vielleicht auch später. Grund seien die weiterhin schwachen Ausgaben der Verbraucher. Der Privatkonsum trägt in Japan zu 60 Prozent zur wirtschaftlichen Leistung des Landes bei. Der Chef des Kosmetikkonzerns Shiseido, Yoshiharu Fukuhara, hält aus demselben Grund die Ansicht, Japan stehe vor einer Erholung, für verfrüht. "Die Leute sehen erst das Licht am Ende des Tunnels, wenn sich die Konsumausgaben erholen", sagte Toshifumi Suzuki, Chef der Supermarktkette Ito Yokado.

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