Zuversichtsstudie - Arbeit und Privatleben : Ostdeutsche sind optimistisch wie noch nie

Sie glauben an ihre Arbeitsplätze und an ihr persönliches Glück: In den neuen Bundesländern steigt der Optimismus, zeigt die neue Zuversichtsstudie der Allianz. In vielen Bereichen sind die Ostdeutschen positiver eingestellt denn je.

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Ein Mann und eine Frau stehen Hand in Hand vor einem Sonnenuntergang.
Schöne Aussichten. Menschen in den neuen Bundesländern glauben fest an ihr familiäres Glück.Foto: picture-alliance/ dpa

Berlin - Wird schon gut gehen: Im Sommer 2013 bangen im Osten Deutschlands so wenige Menschen um ihren Job wie seit Jahren nicht. Konkret geben sich 62 Prozent aller Arbeitnehmer, was den Erhalt ihres Arbeitsplatzes betrifft, unbesorgt. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Allianz-Zuversichtsstudie, die am Mittwoch in Stuttgart veröffentlicht wurde. Demnach stieg der Anteil an Optimisten in den neuen Bundesländern im Vergleich zum Sommer 2012 um sechs Prozentpunkte – auf den höchsten Wert, der seit Beginn der Erhebungen 2007 ermittelt wurde.

Seitdem wird die Umfrage regelmäßig in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim durchgeführt. „Positive Signale sendet der regionale Arbeitsmarkt – in allen ostdeutschen Bundesländern sinkt die Arbeitslosenquote langsam, aber stetig. Verknüpft mit der Hoffnung auf einen Konjunktursommer facht dies die Zuversicht der Menschen im Osten an“, erklärt Frank Brettschneider, der die Studie wissenschaftlich begleitet. Noch positiver beurteilten die Ostdeutschen verglichen mit ihren Angaben 2012 die Aussichten für ihr persönliches Leben. Fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) blicken frohen Mutes in die kommenden zwölf Monate. Ihr Anteil stieg somit um sieben Prozentpunkte. Derart positiv verändert hat sich die Einschätzung der Befragten sonst nur bei Schlusslicht Hessen, das um acht Prozentpunkte aufschloss.

Größter Hort der Zuversicht ist die Familie

Auch ihre finanzielle Situation schätzen die Ostdeutschen sowohl für die nahe Zukunft als auch mit Blick auf die Altersvorsorge besser ein als zuletzt (plus drei Prozentpunkte). Am positivsten wurde unverändert das Privatleben mit den Bereichen „eigenes Zuhause“ und „Familie“ eingestuft. 80 beziehungsweise 70 Prozent sind hierbei – wie schon 2012 – optimistisch. Womöglich in Folge der Flut wuchs auch der Glaube an die gute Nachbarschaft: „Menschen stehen zusammen und helfen sich gegenseitig“, sagt Brettschneider. „Das wirkt sich zusätzlich positiv auf das Erleben des eigenen Umfelds aus."

Im Westen sinkt die Zuversicht

Im bundesweiten Vergleich holt Ostdeutschland alles in allem kräftig auf und rückt im Erleben der Lage Deutschlands insgesamt ins Mittelfeld – vor Norddeutschland, Niedersachsen und Hessen. Auf die Frage nach der Zukunft der Republik allgemein antwortete diesmal ein Drittel der Ostdeutschen „mit Zuversicht“ oder „mit großer Zuversicht“. Am besten fielen die Einschätzungen noch immer im Süden, in Baden-Württemberg und Bayern aus. Entgegen dem Trend in Ostdeutschland sank die Quote der Zuversichtlichen jedoch in den alten Bundesländern, Bayern ausgenommen.

Keine Sorge um sich selbst – aber um die anderen

Negativere Beurteilungen gab es in bestimmten Bereichen gleichwohl auch im Osten. Weniger Vertrauen in die Zukunft signalisierten die Befragten dann, wenn Fragen nicht direkt an ihre Person geknüpft waren, wie zum Beispiel bei Umwelt- und Klimaschutz. Hier beurteilen nur noch 22 Prozent der Ostdeutschen die Lage optimistisch (sechs Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr). Ungeachtet ihres Optimismus hinsichtlich der eigenen Zukunft sank auch die Zuversicht in die allgemeine Wirtschaftslage und die Sicherheit der Arbeitsplätze der anderen (minus drei, minus fünf Prozentpunkte).

Dieses Bild beruhe wohl vorrangig auf Medienberichten, wie „über die nur schleppend vorankommende Energiewende und den ausgebliebenen Frühjahrsaufschwung in vielen Branchen“, meint Beobachter Frank Brettschneider. Sämtliche Werte wurden für die neuen Bundesländer insgesamt erhoben, zur Stimmung in Berlin allein liegen keine Ergebnisse vor.

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