Wirtschaft : Zuwachs von 34 Prozent erwartet - Mobilfunk ist treibende Kraft

Zwei Wochen vor dem Börsengang der Siemens-Halbleiter-Tochter Infineon freut sich die deutsche Halbleiter-Industrie über rosige Wachstumsaussichten. Im Jahr 1999 sei der Markt um 14,5 Prozent auf 8,257 Milliarden Euro angewachsen. In diesem Jahr werde der deutsche Markt erstmals die Zehn-Milliarden-Euro-Grenze durchbrechen, was einem Zuwachs von 23 Prozent entspreche, teilte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Dienstag in München mit. Chips sollen sogar um 25 Prozent zulegen. "Es wäre keine Überraschung, wenn das Wachstum noch wesentlich höher liegt", sagte Wolfgang Hofmann, Leiter der Marktkommission des ZVEI-Fachbereichs Bauelemente.

Damit setze sich das Wachstum der vergangenen drei Jahren fort, erklärte Hofmann. Angetrieben werde es vor allem vom Boom des Mobilfunks: Bei der Telekommunikation sollen die Zuwächse bei über 34 Prozent liegen. Die Datentechnik, Nummer eins im deutschen Inlandsmarkt, werde ihre Stellung mit einem Wachstum von 25 Prozent halten. Die Kfz-Elektronik mache nach zwei sehr erfolgreichen Jahren mit Zuwächsen von 15 Prozent "eine Verschnaufpause", sagte Hofmann. Dagegen werde die Industrieelektronik nach einem schwachen Jahr wieder anziehen: Am Ende des Jahres könnte der Zuwachs bei fast 18 Prozent liegen.

Der europäische Markt wird den Angaben zufolge mit 36 Prozent schneller wachsen als der Weltmarkt (34 Prozent). Weltweit am stärksten boomen wird aber voraussichtlich Südostasien: Mit Zuwächsen von über 40 Prozent soll die Region einen Weltmarktanteil von 26 Prozent erwirtschaften und damit nach den USA Platz zwei am Weltmarkt einnehmen. Europa und Japan liegen mit einem Marktanteil von jeweils 21 Prozent gemeinsam auf dem dritten Platz.

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