Zuwanderung : "Deutschland hat ein Imageproblem"

Mehr Zuwanderung, auch mit Hilfe eines Punktesystems: Dafür wirbt Klaus Zimmermann, der Chef des Instituts zur Zukunft der Arbeit. Ansonsten stehe Deutschland angesichts einer schrumpfenden Bevölkerung vor Problemen.

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Der Ökonom Klaus Zimmermann
Der Ökonom Klaus ZimmermannFoto: dpa

"Die deutsche Bevölkerung wird in den kommenden Jahren rabiat schrumpfen", sagte Zimmermann dem Tagesspiegel. "Und ohne Zuwanderung werden unsere Probleme größer." Der Wissenschaftler plädierte dabei für ein Punktesystem mit bestimmten Kriterien, zum Beispiel Sprachkenntnisse, Ausbildungsstand, Qualifikation und Alter. Um der Bevölkerung deutlich zu machen, "warum Zuwanderung langfristig notwendig ist", sei ein Punktesystem hilfreich, "weil es einfach, flexibel und transparent ist". Es könne auch dazu beitragen, "diffuse Ängste" in der Bevölkerung zu überwinden, da mit Hilfe des Punktesystems die Regeln für Zuwanderung klar seien.

Klaus Zimmermann: "Wir müssen uns als offene Gesellschaft präsentieren" 

Alles in allem habe die deutsche Gesellschaft "auch ein Imageproblem", etwa im Vergleich zu den USA, zu Kanada und Australien, die "von dem Nimbus des großen Einwanderungslandes leben". "Es geht darum, dass wir uns stärker als offene Gesellschaft präsentieren müssen", sagte Zimmermann dem Tagesspiegel. Denn es kämen derzeit kaum qualifizierte Zuwanderer, "obwohl dies aus aller Welt möglich ist und sie hier einen Arbeitsplatz bekommen könnten".

Der Ökonom regte an, Asylbewerber schneller die Arbeitsaufnahme zu gestatten. "Heute kann nach drei Monaten eine Arbeitserlaubnis erteilt werden. Es wäre sinnvoll, diese Frist weiter zu verkürzen. Zum Beispiel sind viele Asylbewerber aus Syrien qualifiziert und könnten sofort arbeiten."

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