Wirtschaft : Zwei Drittel der Dax-Titel gewinnen

Veronika Csizi

Berlin - 19 Dax-Aktien, das sind fast zwei Drittel, haben den Februar deutlich erfolgreicher hinter sich gebracht als der Index selbst. Während der Deutsche Aktienindex mit plus 2,2 Prozent auf 4350 Punkte fast genau 100 Zähler besser da stand als Ende Januar, legten einzelne Werte deutlich zweistellige Prozentzuwächse aufs Parkett.

Monatssieger ist mit weitem Abstand die Deutsche Börse, die zum Monatsende mit 56,10 Euro notierte. Die Aktie setzte damit ihren Höhenflug seit Jahresbeginn fort, erreichte im Februar sogar ein neues Allzeithoch. Händler berichteten von hohem Kaufvolumen einzelner Fondsgesellschaften, die damit die geplante Übernahme der London Stock Exchange (LSE) torpedieren wollten. Unter anderem Fidelity, Merrill Lynch und verschiedene Hedgefonds, hieß es, hielten bereits etwa 40 Prozent an dem Dax-Wert und wollten die Übernahme verhindern, die deutschen Banken den gleichen Zugang zum britischen Markt ermöglichen würde wie der Londoner Konkurrenz. Sehr gefragt war auch Infineon. Der Halbleiter-Hersteller kündigte am Dienstag weitere „Aufräumarbeiten“ an. Infineon will Teilbereiche mit einem Umsatzvolumen von 100 Millionen Euro sanieren, verkaufen oder schließen. Die Aktie setzte sich im Januar von ihrem Jahrestief zu Monatsbeginn knapp unter sieben Euro ab und zog um knapp elf Prozent auf 7,88 Euro an.

Auch die BASF, Bayer und Fresenius Medical Care schlugen den Dax um Längen. Schering glänzte vor allem am Monatsende mit einem Kurssprung, nachdem der US-Konzern Biogen ein Konkurrenzmedikament vom Markt nehmen musste (siehe nebenstehenden Artikel). Der Pharmakonzern notierte 6,4 Prozent fester als noch Ende Januar.

Getrübt haben die Monatsbilanz im Dax – trotz der Kurssprünge vieler Standardwerte – zwei Index-Schwergewichte: Größter Verlierer war die Telekom mit einem Minus von 4,6 Prozent auf 15,82 Euro. Offenbar missfiel den Investoren das neue Tarifsystem, das mit sinkenden Festnetzpreisen Kunden binden und damit verlorene Marktanteile zurückbringen soll. Analysten befürchten, dass dadurch die Einnahmen im Ortsbereich, eine Gewinnstütze der Telekom, leiden könnten.

Siemens wiederum gelang zwar nach langem Tauziehen die Übernahme von Österreichs größtem Technologiekonzern, der VA Tech, doch mussten die Münchener auf Druck von Großaktionären deutlich mehr hinlegen als geplant. Zudem litt Siemens unter der schwächelnden US-Technologiebörse Nasdaq, die im Februar ein halbes Prozent nachgab. Die Werte im Dow Jones dagegen zogen im Schnitt um 2,6 Prozent und damit stärker als der Dax an.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben