Wirtschaft : Zwei Herren für Repower

Windkraftanlagenbauer begrüßt Einigung im Übernahmekampf zwischen Franzosen und Indern

Frankfurt am Main - Nach dem Ende des monatelangen Übernahmekampfes um den Hamburger Windkraftanlagenbauer Repower kehrt in dem Unternehmen wieder Ruhe ein. Mit der Einigung der beiden konkurrierenden Bieter Areva und Suzlon zeigt sich Repower zufrieden. „Das ist für uns operativ eine gute Lösung. Wir können von den Vorteilen beider profitieren“, sagte ein Firmensprecher am Freitag. Areva und Suzlon vereinbarten mit dem Kompromiss auch eine Zusammenarbeit in der Stromverteilung und -übertragung.

Der französische Atomkonzern Areva und der indische Windkraftanlagenbauer Suzlon zogen damit einen Schlussstrich unter einen erbitterten Bieterwettbewerb. Beide Konzerne bleiben zunächst mit jeweils rund 30 Prozent an Repower beteiligt. Areva verzichtet auf eine Aufstockung der Offerte über 140 Euro je Repower-Aktie, deren Annahmefrist genauso am Freitag auslief wie die für das um zehn Euro höhere Angebot von Suzlon. Beide Offerten waren auf äußerst schwache Resonanz bei den Repower-Aktionären gestoßen, die ihre Papiere an der Börse zeitweise für deutlich mehr Geld verkaufen konnten und auf eine erneute Aufstockung gewartet hatten. Eine endgültige Bilanz des Übernahmekampfes erwartet Repower bis Ende nächster Woche.

Suzlon will von Minderheitsaktionären zehn bis 15 Prozent der Aktien einsammeln. Zudem vereinbarten die ehemaligen Rivalen, dass Areva seinen Anteil nach einer zwölfmonatigen Frist an Suzlon abtreten kann. „Nach einem Jahr haben sie eine Option zu verkaufen“, sagte Suzlon-Chef Tulsi Tanti auf einer Pressekonferenz. Mit dem Areva-Anteil käme Suzlon auf einen Anteil von drei Viertel, rechnete Tanti vor.

Voraussetzung dafür ist, dass Suzlon den 23-prozentigen Anteil des portugiesischen Konzerns Martifer übernimmt, mit dem sich die Inder für ihr Angebot zusammengetan hatten. Suzlon will für die Martifer-Aktien innerhalb der kommenden zwei Jahre bis zu 265 Millionen Euro ausgeben. „Hier wird ein sehr guter Deal abgewickelt, auch ohne dass wir 100 Prozent von Repower übernehmen“, sagte Tanti.

Uneinigkeit herrscht zwischen den neuen Partnern offenbar in der Frage, ob Areva seine Beteiligung zu einem garantierten Preis verkaufen kann. Areva sprach von einer „gesicherten Ausstiegsmöglichkeit, die einen Gewinn von mehr als 350 Millionen Euro garantieren würde“. Suzlon-Chef Tanti dagegen will nichts von einem festen Preis wissen.

An der Börse sackten die Repower-Aktien nach dem Ende des Bieterkampfes um 0,3 Prozent unter den Suzlon-Angebotspreis von 150 Euro ab.rtr

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