Wirtschaft : Zwei Milliarden für Berlin

Investitionsbank Berlin schließt 2012 positiv ab. Doch die schlechtere Konjunktur macht sich bemerkbar.

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Wasserbetriebe. Im vergangenen Jahr kaufte das Land Berlin einen Anteil von 25 Prozent an dem Versorger vom Energiekonzern RWE zurück. Die dafür benötigten 700 Millionen Euro kamen von der Investitionsbank. Foto: picture alliance/dpa
Wasserbetriebe. Im vergangenen Jahr kaufte das Land Berlin einen Anteil von 25 Prozent an dem Versorger vom Energiekonzern RWE...Foto: picture alliance / dpa

Berlin - Die Investitionsbank Berlin (IBB) hat im vergangenen Jahr Finanzierungszusagen im Volumen von zwei Milliarden Euro erteilt. Einen wesentlichen Teil machte allerdings der Rückkauf der Berliner Wasserbetriebe aus. Das Land hatte im vergangenen Jahr für 700 Millionen Euro einen Anteil von 25 Prozent an den Wasserbetrieben von RWE zurückerworben, die IBB finanzierte dies. Ohne diese Maßnahme lag das Finanzierungsvolumen immer noch um acht Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Es sei ein turbulentes, aber ein zufriedenstellendes Jahr gewesen, bilanzierte der IBB-Vorstandsvorsitzende Ulrich Kissing am Freitag.

Allerdings hätten sich die Unternehmen im zweiten Halbjahr zunehmend mit Investitionen zurückgehalten. Deswegen hätten die Finanzierungszusagen von 388,2 Millionen Euro um 16 Prozent unter dem Wert der Vorjahresperiode gelegen. Kissing begründete dies zum einen mit den schlechteren Konjunkturaussichten. Dieser Trend habe sich auch im ersten Quartal des laufenden Jahres fortgesetzt, sagte der IBB-Chef. Hier blieben die Finanzierungszusagen 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Ein Grund dafür sei allerdings auch, dass Geschäftsbanken den Mittelstand wiederentdeckt hätten. Die Investitionsbank muss deshalb seltener einspringen.

Die IBB ist die Förderbank des Landes Berlin und soll die Wirtschaftspolitik des Senats unterstützen. Von dem wirtschaftlichen Ergebnis von 72,2 Millionen Euro im Jahr 2012 gingen 32,8 Millionen Euro vorab als Berlin-Beitrag an das Land. Davon werden unter anderem Berlin Partner und die Technologiestiftung finanziert. 39,4 Millionen Euro Jahresüberschuss bleiben der IBB. Das Institut konzentriert sich bei seinen Finanzierungen auf die Wirtschaftsbereiche, die der Senat als förderwürdig erachtet: So gingen 2012 allein 88,7 Millionen Euro in den Bereich Informations- und Kommunikationstechnik, Medien und Kreativwirtschaft.

15 Prozent der ausgereichten Förderkredite erhielten Gründungsunternehmen. Der Anteil sei klein, aber die Anzahl groß, sagte Kissing. Zur Gründung würden keine großen Summen benötigt. Die IBB sei der aktivste Risikokapitalgeber in Deutschland, sagte Kissing. Bei der derzeit relativ guten Beschäftigungssituation lasse der Druck, selbst ein Unternehmen zu gründen, allerdings nach.

Im Geschäftsfeld Immobilien- und Stadtentwicklung stieg das Finanzierungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 915,8 Millionen Euro. „Der Berliner Wohnungsmarkt ist weiterhin attraktiv“, sagte Kissing. Das Interesse der Investoren sei immer noch groß. Eine Immobilienblase könne er noch nicht erkennen. Bei den Plänen des Senats, den Wohnungsbau wieder anzukurbeln, sehe er sein Institut als ausführendes Organ. „Wir sind in Gesprächen mit dem Senat“, sagte Kissing. Zudem wird die IBB im Sommer das Beratungsprogramm Eneo zur energetischen Gebäudesanierung starten.

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