Wirtschaft : Zwei Milliarden Gewinn Alle Geschäftsbereiche können sich steigern

Berlin - Siemens hat im operativen Geschäft deutlich zugelegt. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres, das am 30. September endet, konnte das Ergebnis der Geschäftsbereiche um 22 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gesteigert werden. Damit verfehlte Siemens allerdings deutlich die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 1,94 Milliarden Euro gerechnet hatten. Das trug zum Kursverlust bei.

Dabei konnte der Konzern seinen Gewinn nach Steuern im abgelaufenen Quartal um 54 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro steigern. Auch der Umsatz wuchs um acht Prozent auf 20,2 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte um 13 Prozent auf 22 Milliarden Euro zu und litt offensichtlich nicht unter den Skandalen um die schwarzen Kassen.

Als einziger der zehn Industriebereiche des Unternehmens verfehlte die Bahntechnik das vorgegebene Renditeziel deutlich. „Dieser Bereich braucht eine engere Aufsicht“, kündigte Siemens- Finanzvorstand Joe Kaeser in einer Telefonkonferenz an. Mit einer operativen Marge von 2,4 Prozent war die Bahntechnik im abgelaufenen Quartal weit von den fünf Prozent entfernt, die von der Zentrale gefordert werden.

Finanziell gewichtiger sind die schlechten Zahlen im Telekommunikationsgeschäft. Allerdings hat Siemens darauf keinen direkten Einfluss mehr, weil der größte Teil der ehemaligen Kommunikationssparte im Frühjahr in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia aufging. Als Gesellschafter musste Siemens im Quartal allerdings einen Verlust von 371 Millionen Euro tragen.

Kaeser begründete dies mit Ausgaben für den radikalen Umbau des Gemeinschaftsunternehmens. Derzeit ist es dabei, weltweit rund 9000 Jobs zu streichen. In Berlin soll jede vierte der 1800 Stellen wegfallen. vis/HB

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