Zwei Millionen Fixgehalt : Topmanager verdienen prächtig

Die Löhne von Deutschlands Spitzenmanagern sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Boomjahr 1999 kletterte die Vergütung der Topmanager im Aktienindex Dax bis zum Krisenjahr 2009 um durchschnittlich 35 Prozent.

Düsseldorf Nur vier von 30 Dax-Konzernen zahlen ihren Vorständen für 2009 weniger als damals. Dreistellige Zuwachsraten in nur zehn Jahren sind dagegen an der Tagesordnung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Vergütungsberaters Heinz Evers für das „Handelsblatt“.

Demnach hat das Krisenjahr 2009 den Spitzenmanagern nur leichte finanzielle Blessuren verpasst. Bei einigen Industriemanagern wie Ekkehard Schulz (Thyssen-Krupp) oder Peter Löscher (Siemens) ging es zwar steil bergab, weil Boni und Tantiemen wegen schlechter Geschäftszahlen einbrachen oder ganz ausfielen. Auf längere Sicht aber ist die Einkommenslage der Spitzenkräfte passabel. Und bei der Allianz, K+S, Linde, der Post oder RWE sind die Bezüge binnen zehn Jahren sogar regelrecht explodiert: Sie stiegen um bis zu 483 Prozent.

Derzeit führt die Deutsche Bank das Ranking der Dax-Konzerne mit den höchsten Vergütungen an: 2009 zahlte die Großbank ihrem achtköpfigen Führungsgremium 39 Millionen Euro. Auf Platz zwei folgt die Allianz, RWE landet auf Rang Vier. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bleibt deutschlandweit Spitzenverdiener mit einer Gesamtvergütung von rund 9,5 Millionen Euro. Auf Platz zwei folgt RWE-Chef Jürgen Großmann mit 7,1 Millionen Euro.

Generell pendelt sich das Vergütungsniveau der Spitzenvorstände auf hohem Niveau ein. Grund dafür sind laut Berater Evers nicht zuletzt steigende Grundvergütungen. Zwei Millionen Euro Fixgehalt scheinen mittlerweile der Richtwert für solche Manager zu sein, die nicht im eigenen Unternehmen Karriere gemacht haben, sondern angeworben wurden. Die vom Gesetzgeber seit dem vergangenen Jahr geforderte Nachhaltigkeit bei den Vergütungen hat sich nach Einschätzung des Experten Evers erst in Ausnahmen niedergeschlagen. Im Schnitt der Dax-Konzerne betrage das Verhältnis kurzfristiger Boni zu langfristigen Anreizen 60 zu 40. Es müsste nach dem Willen des Gesetzgebers aber genau umgekehrt sein, meint Evers. Was zudem noch selten zu finden ist: Erfolgskriterien außerhalb des Shareholder Value. Zwar tauchen wie bei Allianz, Telekom oder VW auch „Kunden-“ oder „Mitarbeiterzufriedenheit“ als Maßstäbe für die Erfolgsbeteiligung der Manager auf. „Was fehlt, sind aber Zielgrößen, die auch der gesellschaftlichen Verantwortung der Manager Rechnung tragen“, sagt Evers. HB

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