Wirtschaft : Zweieinhalb Jahre bis zum Unterricht

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Carmen P. ist Geschäftsführerin einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte in MecklenburgVorpommern, die rund 100 Jugendliche bis zur Gesellenprüfung in Berufen der Wasserwirtschaft unterrichtet. P. möchte weder ihren richtigen Namen noch den der Einrichtung nennen, da sie sich um eine Genehmigung sorgt.

Vor gut zwei Jahren beantragte P. beim zuständigen Kultusministerium die Zulassung für eine Techniker-Klasse mit 15 Teilnehmern. Nach einem Dreivierteljahr kam die Absage: Die Dozenten, allesamt mit Hochschulabschluss, seien nicht geeignet. Daraufhin verschaffte sich die Schule andere Lehrkräfte. Auch das war vergebens. Diesmal wurde die Absage mit einer Richtlinie begründet, die nicht berücksichtigt worden sei. Allerdings gab es die Richtlinie zum Zeitpunkt der Antragstellung noch gar nicht. Carmen P. nahm daraufhin Kontakt zur Pressesprecherin des Ministeriums auf. „Die Dame hat sehr geholfen, nach zweieinhalb Jahren liegt die Genehmigung nun vor“ - bislang allerdings nur mündlich. Seit mehr als zwei Jahren warten 15 potenzielle Teilnehmer auf den Start des Unterrichts, der Klassenraum ist fertig, die Dozenten sind bereit und Kosten entstehen dem Staat auch nicht, da die Ausbildungsbetriebe den Unterricht für die 15 zahlen. Wenn tatsächlich die Genehmigung kommt, soll es im Februar losgehen.

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