Wirtschaft : Zweifel am Erfolg des Bündnisses für Arbeit

BONN (AP).Eine Woche vor der ersten Gesprächsrunde zwischen Arbeitgebern, Wirtschaft und Gewerkschaften für ein Bündnis für Arbeit mehren sich Zweifel am Erfolg.Auf Kritik stieß am Montag die Tarifforderung der IG Metall nach 6,5 Prozent mehr Lohn."Ich kann mir nicht vorstellen, wie das Bündnis für Arbeit zustande kommt, wenn die IG Metall bei ihren Lohnforderungen von über sechs Prozent bleibt", sagte der CDU-Politiker Heiner Geißler.Skeptisch äußerte sich auch der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Werner Stumpfe.Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) wandte sich gegen die rot-grünen Steuerpläne, weil die nicht zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitrügen.

Derzeit sehe er wegen der inhaltlichen Uneinigkeit von Arbeitgebern, Wirtschaft und Gewerkschaften wenig Aussichten auf Erfolg des Bündnisses für Arbeit, sagte Geißler im Inforadio Berlin-Brandenburg.Alle drei Partner müßten ihre Hausaufgaben erfüllen.Sache der Regierung sei es, die Lohnnebenkosten zu senken.Er sehe aber nicht, wie dies bei der jetzigen Auseinandersetzung im Regierungslager klappen solle.Die Arbeitgeber forderte Geißler auf, 30 Prozent der Überstunden abzubauen.

Wie Geißler wandte sich auch Stumpfe gegen die Tarifforderung der IG Metall.Diese Position sei ein Grund mehr für "äußerste Skepsis" gegenüber einem Bündnis für Arbeit, erklärte der Chef von Gesamtmetall im ZDF."Völlig von der Hand zu weisen" ist seiner Auffassung nach die Gewerkschaftstheorie, daß mehr Lohn zu mehr Konsum führe.Stumpf verwies auf die 70 000 zusätzlichen Arbeitsplätze in der Metallbranche, die nur hätten ermöglicht werden können, weil die Tariflöhne lediglich um 2,5 Prozent gestiegen seien.Nur wenn über mehrere Jahre lang Lohnzurückhaltung geübt werde, könne dies zu mehr Beschäftigung führen.

Die Steuerpläne der Regierung seien keineswegs zur Schaffung von Arbeitsplätzen geeignet, kritisierte derweil DIHT-Chef Hans Peter Stihl in Stuttgart.Stihl nannte die Großindustrie und den Mittelstand die Zahlmeister der Steuerreform.

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