Wirtschaft : Zweifel an Pfizer-Mittel belasten Börse Studie zeigt gefährliche Nebenwirkungen

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Berlin Eine neue Studie hat Zweifel an dem Pfizer-Medikament Celebrex aufgeworfen. Das Schmerzmittel, das derselben Wirkstoffgruppe angehört wie das zurückgezogene Merck-Präparat Vioxx, verursacht nach Angaben Pfizers ein erhöhtes Herzkreislaufrisiko. Das habe überraschend eine von zwei neuen Studien ergeben, teilte Pfizer am Freitag mit. In den USA brach der Börsenkurs des Unternehmens nach Bekanntgaben der Mitteilung um 15 Prozent ein. Auch der Dax, der sich bis dahin stabil gehalten hatte, wurde durch die Negativmeldung unter die 4200-Punkt-Marke gedrückt.

Nach den negativen Studienergebnissen wachsen nun die Zweifel an der gesamten Wirkstoffklasse der so genannte Cox-2-Hemmer, zu der auch Vioxx gehört. Hersteller Merck hatte das Rheumamedikament, das 2003 einen weltweiten Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar erzielt hatte, wegen des Verdachts schwerer Nebenwirkungen Ende September vom Markt zurückgezogen. Erst in der vergangenen Woche hatte die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft vor einem Klasseneffekt gewarnt und Ärzten geraten, die Verordnung von Celebrex einzuschränken, um die Anwendung risikoärmer zu machen.

In Deutschland sind noch vier weitere Vioxx-ähnliche Mittel auf dem Markt: Neben Celebrex, Bextra und Dynastat (alle Pfizer) auch das Vioxx-Nachfolgeprodukt Arcoxia der deutschen Merck-Tochter Merck, Sharp & Dohme. Die europäische Zulassungsbehörde in London prüft derzeit, wie gefährlich diese Mittel sind.

In Deutschland ist Celebrex seit Mai 2000 zugelassen. Nach Angaben des Marktforschers IMS setzte Pfizer damit hier zu Lande im vergangenen Jahr rund 35 Millionen Euro um. Pfizer steht derzeit mit einem anderen Medikament, dem Cholesterinsenker Sortis, in der Kritik. Das Unternehmen hat gegen den drohenden Festbetrag auf sein umsatzstärkstes Medikament Klage eingereicht. pet

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