Wirtschaft : Zweifel an Tokios Krisenpaket

TOKIO (rtr).US-Präsident Bill Clinton hat Japan eindringlich aufgefordert, seine Wirtschaft wieder in Gang zu bringen und seine Märkte zu öffnen.Das Land müsse mehr unternehmen und rascher vorgehen, um sich und damit ganz Asien aus der Rezession zu bringen, sagte Clinton am Freitag zum Abschluß seines zweitägigen Besuchs in Tokio.Das jüngste Konjunkturprogramm der japanischen Regierung in Höhe von 24 Billionen Yen, umgerechnet 335 Mrd.DM, begrüßte Clinton.Möglicherweise müsse die Regierung aber noch mehr tun, um die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen.Finanzminister Kiichi Miyazawa dementierte unterdessen, daß die Regierung eine Senkung oder gar Abschaffung der Mehrwertsteuer plane.An den Finanzmärkten war dies erwartet worden.

Clinton sagte, nur Japan könne Asien zurück zu Stabilität und Wachstum führen.Dazu müsse Japans Regierung ihr bereits angekündigtes Wirtschaftsprogramm schnell und nachhaltig umsetzen und auch den Bankensektor energisch reformieren.Die bisherige Regierungspolitik habe die Wirtschaft nicht belebt.Bei einem Richtungswechsel müsse möglicherweise mehr getan werden, als ursprünglich gedacht.Clinton warnte zudem unter Hinweis auf die erwartete weitere Zunahme des japanischen Handelsüberschusses mit den USA vor einer zunehmenden protektionistischen Stimmung in seinem Land.Japan müsse seine Märkte mehr für ausländische Produkte öffnen.Im Handel müsse Fairness herrschen, forderte er.

Japans Premierminister Keizo Obuchi sagte Clinton nach eigenen Angaben zu, einen geplanten Nachtragshaushalt mit einem Volumen von zehn Billionen Yen schnell durch das Parlament zu bringen.Beide Regierungen stimmten seinen Worten zufolge darin überein, durch Zusammenarbeit die Weltwirtschaft voranzutreiben.Clinton habe Japan Unterstützung angeboten.

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