Wirtschaft : Zwickel beharrt auf 32-Stunden-Woche

IG Metall-Chef fordert Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich / Tagung in Hannover HANNOVER (rtr).IG-Metall-Chef Klaus Zwickel hat erneut eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 32 Wochenstunden gefordert.Wenn die Tarifverträge zur Arbeitszeit Ende 2000 ausliefen, müsse die 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich notfalls in einem Streik durchgesetzt werden, sagte Zwickel zum Auftakt des Arbeitszeitkongresses der IG Metall am Donnerstag in Hannover.Zwickels Stellvertreter Walter Riester, der nach einem SPD-Sieg bei der Bundestagswahl im Herbst Arbeitsminister werden soll, sprach sich dagegen für das Instrument der Arbeitszeitkonten aus, um die Arbeitszeit zu verkürzen.Zwickel sagte: "Für kürzere Wochenarbeitszeit werden alle eintreten und vielleicht auch viele streiken müssen." Für die Verringerung der hohen Arbeitslosigkeit gebe es keinen Königsweg.Dafür sei eine "Mehr-Wege-Strategie" nötig, in der Arbeit flexibler gestaltet und Teilzeitarbeit gefördert werde.Priorität müsse aber eine generelle Verkürzung der Wochenarbeitszeit haben.Mit einer solchen Forderung könne die Gewerkschaft zudem besser mobilisieren.IG Metall-Chef Zwickel war bei seinem ersten Vorstoß für die 32-Stunden-Woche im vergangenen Jahr auch innerhalb der Gewerkschaften kritisiert worden.Viele Beschäftigte befürchten, bei kürzeren Arbeitszeiten Einkommenseinbußen hinnehmen zu müssen.Damals hatte Zwickel seine Forderung nach der 32-Stunden-Woche noch nicht mit dem Ziel eines vollen Lohnausgleichs verbunden.In diesem Punkt habe er seine Meinung geändert, erklärte Zwickel in Hannover.Riester erklärte vor den 460 Delegierten, alle Politikbereiche müßten an einem Strang ziehen, um die Arbeitslosigkeit zu verringern.In der Tarifpolitik stünden Arbeitszeitkonten und die weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit im Vordergrund.Riester vermied es dabei, auf Zwickels Forderung nach der 32-Stunden-Woche einzugehen.Die Delegierten werden auf ihrem dreitägigen Kongreß über ein Vorstandspapier für eine "Beschäftigungs- und arbeitszeitpolitische Initiative der IG Metall" beraten.Darin wird eine generelle Arbeitszeitverkürzung im Volumen von zehn Prozent ab 2001 vorgeschlagen.Als Wege dahin kommen nach Meinung der IG-Metall-Spitze sowohl die von Zwickel geforderte 32-Stunden-Woche als auch eine Verkürzung der Jahresarbeitszeit auf 1400 Stunden von derzeit 1532 Stunden in der Metallindustrie in Frage.In den meisten westdeutschen Tarifbezirken ist die 35-Stunden-Woche bis Ende 2000 festgeschrieben.In Ostdeutschland, wo noch 38 Stunden in der Woche gearbeitet wird, will die Gewerkschaft die Arbeitszeit 1999 in der Tarifrunde auf 35 Wochenstunden verkürzen.

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