ZWICKMÜHLE : Ein Kleinbauer bangt um seine Existenz

Gestern hätte er sie eigentlich ins Schlachthaus bringen müssen, seine Milchkühe. Danach hätte Axel Schiemenz seinem Angestellten und seinem Lehrling die Kündigungen gegeben, die schon geschrieben waren. Und dann? „Weiß ich nicht“, sagt der Bauer aus der Nähe von Luckau: „Vielleicht hätt’ ich Schluss gemacht.“

Axel Schiemenz konnte wegen der Blockaden keine Milch mehr abliefern, bekam kein Geld und konnte seine Kredite nicht mehr bedienen. Doch gerade rechtzeitig zeichnete sich ein Ende des Boykotts ab.

Der Bauer ist 59 Jahre alt und sein Leben lang Landwirt. 1995 hat er den alten Kuhstall des ehemaligen volkseigenen Gutes in Beesdau gekauft, 126 Hektar Land und 50 Kühe. Den Kredit dafür und für die moderne Melkanlage hat er gemeinsam mit seinem Sohn aufgenommen. Sie haben hart gearbeitet und die Zahl der Kühe auf 120 erhöht. Ihre Milch lieferten sie in die Molkerei nach Leppersdorf in Sachsen für 28 Cent. „Davon wurde man nicht reich, aber man konnte leben“, sagt Axel Schiemenz. „Jedenfalls bis vor einem Jahr. Seitdem haben sich die Düngerpreise verdoppelt, auch Futter und Benzin ist teurer geworden, es rechnet sich nicht mehr.“

Deshalb unterstützte Axel Schiemenz auch die Aktionen für höhere Preise. Nur ein Lieferstopp kam für ihn nicht infrage. 4000 Liter Milch kann er lagern. „Zurzeit zahlt die Molkerei mit allen Zuschlägen 33 Cent“, sagt er, „das sind 1320 Euro pro Lieferung. das

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