Zwischenbericht : VW-Chef freut sich über Audi und China

Der Volkswagen-Konzern sieht sich nach einem überaus erfolgreichen Jahresverlauf auf dem besten Weg an die Weltspitze der Autoindustrie.

Auf Kurs. Bis 2018 will VW der weltgrößte Autohersteller sein – vor Toyota. Foto: dpa
Auf Kurs. Bis 2018 will VW der weltgrößte Autohersteller sein – vor Toyota. Foto: dpaFoto: dpa

Europas größter Autobauer sei auf einem „guten Kurs, um die Ziele unserer Strategie 2018 zu erreichen“, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn am Mittwoch bei der Vorlage des Zwischenberichts zum dritten Quartal. VW will bis 2018 Toyota als weltgrößten Autohersteller überholen.

Gründe für die optimistische Prognose liefern vor allem das boomende China-Geschäft und der Ertragsbringer Audi. Alleine aus den China-Beteiligungen floss VW ein anteiliger Gewinn von 1,3 Milliarden Euro zu, fast dreimal soviel wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Oberklassehersteller Audi steuerte alleine fast die Hälfte (2,3 Milliarden Euro) des operativen Volkswagen-Konzerngewinns von 4,8 Milliarden Euro bei. Bereits in der vergangenen Woche hatte VW mitgeteilt, dass sich der Konzerngewinn in den ersten neun Monaten des Jahres mehr als versechsfacht hat. Unterm Strich stehen demnach vier Milliarden Euro, nach 655 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Seine Barreserven konnte VW weiter auffüllen, in der Kasse sind jetzt knapp 20 Milliarden Euro, mehr als drei Milliarden mehr als noch vor drei Monaten.

Die Probleme bei der spanischen Schwestermarke Seat und dem Luxusautobauer Bentley konnte das Management nicht lösen: Beide steckten unverändert tief in den Verlusten. Andere Marken machten dies aber mehr als wett. So konnte etwa der schwedische Lkw-Hersteller Scania, an dem VW die Stimmrechtsmehrheit hält, den Betriebsgewinn auf 938 Millionen Euro fast verzehnfachen. An den Konzernzielen für das Gesamtjahr hielt VW fest. Erwartet wird, dass sich der Umsatz und das operative Ergebnis weiterhin positiv entwickeln.

„Volkswagen fährt der Konkurrenz weiter davon“, kommentierte NordLB-Analyst Frank Schwope die Zahlen. Angesichts des „mehr als überzeugenden operativen Geschäfts“ stufte er die VW-Vorzugsaktie auf „Kaufen“ herauf. An der Börse veranlassten die weithin bekannten Zahlen Anleger am Mittwoch allerdings nicht mehr zum Einstieg. Die Aktie notierte leicht im Minus bei 104 Euro. mot

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