Zypries ehrt Berliner Start-ups : Bionik und vermessene Kühe

Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat auf der Cebit die Gewinner des Gründerwettbewerbs geehrt. Darunter sind auch zwei Start-ups aus Berlin.

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Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries auf der Cebit.
Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries auf der Cebit.Foto: Claudia Levetzow

Auf der Cebit in Hannover hat Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries die Gewinner des „Gründerwettbewerbs – Digitale Innovationen“ bekannt gegeben. Mit dem Hauptpreis von 32 000 Euro Gründungskapital wurden sechs Firmen vom Wirtschaftsministerium ausgezeichnet. Zum Beispiel Compredict, ein Start-up, dessen Software die Belastung von Fahrzeugteilen in Echtzeit ermittelt und daraus errechnet, wie lange die Lebensdauer von Getrieben oder Batterien noch beträgt. Das Start-up InnoCow aus Kaiserslautern hat derweil eine Möglichkeit gefunden, Aktivitäten und Vitalparameter von Kühen zu tracken. Aus den Daten errechnen selbst lernende Algorithmen beispielsweise Krankheiten oder die Paarungsbereitschaft der Wiederkäuer.

Bionische Bauteile

In Berlin durften sich die drei Gründer von Cellcore3D über eine Auszeichnung freuen. Ihr Start-up, das im Inkubator der Technischen Universität beheimatet ist, ahmt biologische Zellstrukturen nach, um Bauteile für Flugzeuge oder Autos zu optimieren. „Solche bionischen Ansätze ermöglichen beispielsweise, die Struktur von Knochen im 3-D-Druck zu imitieren“, sagt einer der Gründer, René Giese. So werde an den Stellen des Bauteils, auf das starke Kräfte wirken, mehr Material verbraucht, an den schwächer belasteten weniger. Das spart nicht nur Gewicht, sondern senkt auch die Menge des teuren Plastik-Rohmaterials, das im 3-D-Druck verbraucht wird. Bisher testen sie ihr Konzept bei der Entwicklung eines Kotflügels für ein Rennauto. Aber auch zwei Zulieferer großer Luftfahrtfirmen wollen mit Cellcore3D zusammenarbeiten.

Big Data für alle

Einen Sonderpreis bekam ebenfalls ein Berliner Team, die dataXAcademy. Deren Internetplattform bietet praxisnahe Kurse für Berufstätige an, die neue Ansätze in Datenanalyse und Big Data lernen wollen. Die Kurse sind mit Übungsdatensätzen verknüpft, sodass die Teilnehmer ihr Wissen an praktischen Beispielen gleich ausprobieren können.

Die Gewinnerfirmen bekommen neben dem Preisgeld auch Coaching. „Wir brauchen dieses innovative Potenzial, um auch künftig im internationalen Vergleich mithalten zu können“, sagte Zypries. Dafür müssten aber auch bürokratische Hemmnisse abgebaut werden.

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