Wirtschaftskraft : Brandenburg drängt im Osten an die Spitze

Das Land Brandenburg ist nach zwei neuen Studien wirtschaftlicher Gewinner im Osten Deutschlands. Im "Ranking 2010" des Magazins "Focus Money" zur Wirtschaftskraft schneidet Brandenburg besser ab als die anderen neuen Bundesländer.

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Es geht aufwärts in Brandenburg.
Es geht aufwärts in Brandenburg.Foto: dpa

Bester Ost-Landkreis ist wieder das brandenburgische Dahme-Spreewald nahe dem künftigen Flughafen BBI in Schönefeld. Der Kreis war jüngst bereits im „Zukunftsatlas 2010“ von Prognos und „Handelsblatt“ bundesweiter Aufsteiger. Zum anderen ist Brandenburg auch nach einem neuen Länder-Ranking von „Handelsblatt“/Prognos „das dynamischste ostdeutsche Bundesland“, wenn es im Gesamtniveau auch noch hinter den industriell geprägten Ländern Sachsen und Thüringen liegt. Brandenburg, so heißt es, „punktet vor allem durch eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Es profitiert erheblich von der Nähe zu Berlin.“ Die Arbeitslosenquote war hier jetzt erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke gesunken. Brandenburg war nach Thüringen das zweite Ost-Land, wo dies der Fall war. Dabei hatte Brandenburg nach 1990 noch neben Mecklenburg die schlechteste Ausgangsbasis in Ostdeutschland.

Dass das Land dagegen 2010 in jedem Ranking zu Wirtschaft und Arbeitsmarkt vorn abschneidet, ist für Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) kein Zufall. „Es ist gelungen, den Strukturwandel hin zu neuen Industrien und Dienstleistungen herbeizuführen“, sagte Christoffers, der ein Erfolgsrezept in der unter der SPD/CDU-Koalition begonnenen und jetzt unter Rot-Rot weiter ausgefeilten Förderpolitik nach dem Prinzip „Stärken stärken“ von Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) sieht: „Die Konzentration auf Zukunftsbereiche war richtig.“

Die Rankings spiegeln aber auch die Entwicklungskluft innerhalb Brandenburgs wieder. Bei „Fokus Money“ liegt etwa Dahme-Spreewald auf Platz 95 unter 401 deutschen Kreisen. Im Land folgen mit Abstand das Havelland (250) und Potsdam (257). Unter den dreißig bundesweiten Schlusslicht-Regionen wiederum sind acht Kreise aus Thüringen, sechs aus Mecklenburg und fünf aus Sachsen, aber nur drei aus Brandenburg (Cottbus, Elbe-Elster und die Uckermark). Verglichen wurden für das „Focus“-Ranking sieben Faktoren wie Arbeitslosenquote, Wertschöpfung je Erwerbstätigem, Einkommen je Einwohner und Bevölkerungswachstum. Das Ranking von Prognos/“Handelsblatt“ vergleicht 29 Indikatoren.

Regierungschef Platzeck, der durch die Affären um Ex-Innenminister Rainer Speer (SPD) in Bedrängnis geraten war, kommen die neuen Erfolgsmeldungen gelegen. Sie setzen eine Serie fort. Platzeck verweist derzeit bei jedem Auftritt darauf, dass das Land von der Bundesregierung als Leitstern-Spitzenreiter unter 16 Ländern für den Ausbau erneuerbarer Energien und von der Europäische Union als dynamischste Region in Europa ausgezeichnet wurde. Im November hatte eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln für die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) festgestellt, dass es seit 2006 in keinem Bundesland wirtschaftlich so aufwärts geht wie in Brandenburg. CDU-Oppositionsführerin Saskia Ludwig warf Platzecks rot-roter Koalition vor, sich „mit fremden Federn“ zu schmücken, weil die Erfolge Ergebnisse der früheren SPD/CDU-Regierung im Land seien.

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