Wirtschaftskrise : Köhler fordert Welt-Finanzkonferenz

Bundespräsident Horst Köhler hat Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen den Konjunkturabschwung aufgerufen. Der Verlust von Arbeitsplätzen sei allerdings trotzdem nicht zu vermeiden.

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Will die Ursachen der Finanzkrise aufarbeiten: Bundespräsident Horst Köhler -Foto: dpa

BerlinWenn alle zusammenstünden, sei die Lage beherrschbar, sagte Köhler der "Süddeutschen Zeitung". Köhler sagte mit Blick auf die Wirtschaftslage in Deutschland, eine Rezession sei unvermeidlich. Obwohl sich gerade viele Mittelständler vorbildlich verhielten, werde dies auch Arbeitsplätze kosten.

"Die kurzfristig drängendste Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Banken einander wieder Geld ausleihen und Kredite für die Firmen bereitstellen", sagte das Staatsoberhaupt. Er räumte ein, dass es ihn als überzeugten Marktwirtschaftler "graust", dass Privatunternehmen wie die Autokonzerne Milliarden vom Staat erhielten. "Aber nichts zu tun, ist die schlechtere Alternative."

Köhler forderte zudem eine Weltfinanzkonferenz, die die Ursachen der globalen Finanzkrise aufarbeiten soll. Das sei bisher versäumt worden. Notwendig sei eine internationale Tagung nach dem Vorbild der Bretton-Woods-Konferenz von 1944, an der neben Politikern "sachverständige und unabhängige Persönlichkeiten" teilnehmen müssten. (mfa/AFP)