Wirtschaftskrise : Kurzarbeitergeld wird verlängert

Bund und Gesellschaften einigen sich: Kurzarbeit kann demnächst 24 statt bisher 18 Monate entlohnt werden. Krisenbedingte Entlassungen sollen so vermieden werden.

BerlinDie Arbeitgeber werden bei den Beiträgen zu den Sozialversicherungen vollständig entlastet, wenn in einem Unternehmen bereits sechs Monate Kurzarbeit geleistet wurde. Darauf verständigten sich Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD), DGB-Chef Michael Sommer und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt am Mittwochabend in Berlin. Das Programm "Kurzarbeitergeld plus" sei ein wichtiger Schritt, um Entlassungen zu vermeiden und gemeinsam durch die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten zu kommen.

Bei der Kurzarbeit kommt die Bundesagentur für Arbeit (BA) für einen Teil der Verdienstausfälle auf, die durch die verkürzte Arbeitszeit verursacht werden. Die Arbeitnehmer erhalten 60 Prozent des entgangenen Nettolohns. Haben sie ein Kind, werden 67 Prozent gezahlt. Unternehmen, die unter Auftragsrückgängen leiden, können so Entlassungen eher vermeiden.

Die Zusatz-Kosten für die Verbesserung sind offen. Bisher hat die BA für Kurzarbeit 2,1 Milliarden Euro im Etat veranschlagt. Die Zustimmung der Union zu den Plänen gilt als wahrscheinlich. Zumindest die verlängerte Bezugsdauer könnte schon in den nächsten Tagen in Kraft treten. Die Tarifparteien und der Bund vereinbarten zugleich, den hohen Ausbildungsstand trotz Krise sichern zu wollen. (aku/dpa)