Wirtschaftswachstum : OECD sieht europäische Konjunktur in Gefahr

Das wirtschaftliche Wachstum in Europa verliert an Schwung. Die OECD senkte die Prognose für den gesamten Euro-Raum und die USA. Dabei ist die Immobilienkrise noch nicht einmal eingerechnet.

Konjunktur
Ende des Aufschwungs? Die OECD senkt die Prognosen für den gesamten Euro-Raum. -Foto: ddp

ParisDie Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsvorhersage für Deutschland und die Vereinigten Staaten gesenkt. Die Wirtschaft hierzulande werde in diesem Jahr voraussichtlich nur um 2,6 Prozent statt wie bislang angenommen um 2,9 Prozent wachsen. Auch die Aussichten in den USA sieht die OECD schlechter als zuvor: Für die größte Volkswirtschaft der Welt senkte sie die Wachstumsvorhersage von 2,1 auf 1,9 Prozent. Für die gesamte Eurozone minderte die OECD ihre Prognose von 2,7 auf 2,6 Prozent.

In Frankreich wird das Wachstum in diesem Jahr laut OECD voraussichtlich 1,8 statt 2,2 Prozent betragen. Die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde zeigte sich davon unbeeindruckt und hielt an den Prognosen der Regierung fest: Zahlreiche "Zeichen der Zuversicht" stünden auf Grün, sagte sie, und es gebe keinen Grund, sie auf Rot herabzusetzen. Unter anderem seien im Juli rekordverdächtig viele Firmen gegründet worden. Die französische Regierung rechnet bislang mit einem Wachstum von 2,25 Prozent.

Die OECD erklärte, mit den nach unten geänderten Wachstumsprognosen seien nur Entwicklungen im ersten Halbjahr berücksichtigt. Die Auswirkung der Immobilienkrise in den USA im August könnte sich demnach noch in späteren Konjunkturaussichten niederschlagen. Die Europäische Zentralbank (EZB) solle erst einmal abwarten, wie sich die Finanzmärkte nach der Krise entwickeln, bevor sie ihren Leitzins erhöhe, empfahl die Organisation. (mit AFP)