Wissen : 1. Eine Forscherin, die sich zum Affen aufmachte

Bevor die damals 34-jährige Ergotherapeutin mit ihren Forschungen über das Verhalten der Berggorillas begann, hatte vor allem "King Kong" die Vorstellungen über die großen Menschenaffen geprägt. Sie galten als gefährlich und unberechenbar. Bis die ersten Fotos der Forscherin mit den sanften Riesen in der "National Geographic" erschienen. Sie zeigen eine nicht mehr ganz junge Frau umgeben von Gorillas im dichten Dschungel der Virunga-Berge an der Grenze zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Das Foto, wie ein riesiger Silberrücken ihre Hand in seine Pranke nimmt, drückt die Essenz ihres Lebens aus. Ende der 60er Jahre begann die Forscherin mit ihrer Annäherung an die Gorillas, erst im Kongo, und als die politische Situation dort es nicht mehr zuließ auf ruandischer Seite. Heute gibt es nur noch etwa 700 Berggorillas. Ohne das Wirken der Affenforscherin wären sie womöglich schon ausgestorben. 2009 wurde von den Vereinten Nationen zum Jahr des Gorillas ausgerufen, um für ihren Schutz zu werben. Die ungewöhnliche Gorillaforscherin, die von einem berühmten Paläontologen, der in Ostafrika die ersten Menschen ausgegraben hatte, zu ihrer Arbeit ermutigt worden war, hatte sich viele Feinde gemacht. Sie griff zu drastischen Mitteln, um Wilderer zu verjagen und Viehhirten aus dem Regenwald zu vertreiben, um die Gorillas zu schützen. 1985 wurde sie am 2. Weihnachtstag in ihrer Forschungsstation in den ruandischen Virunga-Bergen ermordet. Der oder die Täter wurden nie gefunden. Sie liegt neben ihrem Lieblingsgorilla "Digit" begraben, den Wilderer getötet hatten. 1988 wurde ihr Leben verfilmt.