Wissen : 10. Der Sohn einer Pastorenfamilie

Für heutige christliche Prediger ist völlig logisch, dass jeder Versuch, die Auferstehung Jesu auf einer biologischen oder medizinischen Ebene erklären zu wollen, scheitern muss. Andere jedoch - bis hin zum katholischen Buchautor Franz Alt - gingen indes davon aus, Jesus sei nur scheintot gewesen, als er bestattet wurde und er sei anschließend kurzzeitig ins Leben zurückgekehrt. Dieser rationalistischen Ausdeutung, die davon ausgeht, dass das Grab tatsächlich leer war, Jesus aber nicht - wie die biblischen Zeugen berichten - auferstanden sei, hing auch unser Mann an. Auch deshalb war er in schwere kirchenpolitische Konflikte verwickelt, die in ihrer Vorgeschichte bereits in seiner Familie und seiner Erziehung angelegt waren.

Er hatte Zweifel an den althergebrachten Glaubensvorstellungen seiner Eltern. Dies führte zeitweise zu schweren inneren Kämpfen - und zu einer Entfremdung von Vater und Sohn. Der Sohn einer Pastorenfamilie war Prediger und Hilfslehrer. Bei einer Universitätsgründung half er mit und war zu Lebzeiten ein bekannter Mann, der sich mit allen möglichen ethischen Fragen beschäftigte. Seine Auffassung von Frömmigkeit, die Glauben und Gefühl als eng miteinander verwandte Begriffe sah, stieß auf viele Widerstände. Geboren wurde er ungefähr zur gleichen Zeit wie auch Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Hölderlin, Ludwig van Beethoven und die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt. Mit der Witwe eines Freundes hatte er vier Kinder, zwei weitere Kinder brachte sie in die Ehe mit. Er starb im Alter von 65 Jahren in Berlin - an einer Lungenentzündung. In Berlin liegt er auch begraben. Tausende nahmen an seiner Beerdigung teil.

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