Wissen : 10. Eine Witwe, die aus ihrem Paradies floh

Es ist wohl ihrem im Jahr 1600 in dessen Abwesenheit geehelichten Mann zu danken, dass sie sich der Kunst zuwandte: Heinrich hatte sehr viele Mätressen, zudem soll er streng gerochen haben - er aß so gerne Knoblauch. Als Heinrich vor seiner Zeit sterben musste, beauftragte sie einen Architekten mit dem Bau ihres Witwensitzes in Paris, den ein großer Park umgeben sollte. Rilke schuf hier übrigens eines seiner schönsten Gedichte. Leider erlebte die Bauherrin - die mit der Anlage ihre Sehnsucht nach der Heimat erfüllen wollte - die Fertigstellung des Palais und des Gartens nicht mehr. Von ihrem 16-jährigen Sohn wurde sie unmissverständlich gebeten, Paris zu verlassen. Sie verstarb 1642. In Köln.