Wissen : 2. Ein bibeltreuer Förderer der Benachteiligten

Mit einer Büchse, die er in der Wohnstube des Pfarrhauses aufstellte, fing alles an. Der Kirchenmann bat die Besucher, dort hinein den einen oder anderen Groschen zu tun, damit man von dem Gelde die Waisenkinder und die Kinder der Armen unterrichten könne. Als ein überaus freigiebiges Gemeindeglied gar vier Taler und 16 Groschen spendete, was vor nunmehr genau 312 Jahren recht viel Geld war, war der Grundstock für die Armenschule gelegt. Unser gottesfürchtiger Mann hatte selbst als Professor für griechische und hebräische Sprache sowie für Theologie an der ortsansässigen Universität gelehrt.

Nun gab er vorzugsweise Studenten die Chance, sich mit der Unterrichtung der Kleinen und insbesondere dem intensiven Lesen der Bibel etwas hinzuzuverdienen. Fromme Mäzene lohnten das segensreiche Wirken des Pfarrers mit neuen Spenden. So konnte unser Mann in kurzer Folge nicht nur ein Waisenhaus, sondern auch noch für die Sprosse am anderen Ende des sozialen Spektrums ein Pädagogium, eine Art Ritterakademie für Söhne vornehmer Familien gründen, in der diese auf das Universitätsstudium vorbereitet wurden. Hinzu kamen bald eine Lateinschule und ein Gynäzeum, eine höhere Mädchenschule. Noch heute ist jene Stiftung unter dem Namen ihres Gründers ein hoch angesehener Hort des Geisteslebens und der sozialen Fürsorge. 4000 Menschen lehren, arbeiten und leben an diesem Ort mit seinen Kindergärten, Schulen, Archiven, Bibliotheken, Forschungseinrichtungen und – ganz im Sinne ihres geistigen und geistlichen Vaters – einem Bibelzentrum.

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