20 Jahre Berliner Hochschulverträge : Uni-Geschichte: Sparen, bis es quietscht

Als der Berliner Senat 1997 mit den Hochschulen erstmals Verträge abschloss, waren damit Sparmaßnahmen verbunden. Das sollte lange so bleiben

Die Humboldt-Universität mischt sich um den Streit ein.
Die Humboldt-Universität mischt sich um den Streit ein.Foto: dpa

Die ersten Bundesländer, die 1997 Hochschulverträge einführten, waren Berlin, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Doch während letztere globale Pakte für alle Hochschulen auflegten, handelte Berlin für jede einzelne Hochschule einen Vertrag aus. Damit verbunden waren wegen der Berliner Finanzkrise weitere Sparmaßnahmen bei den Unis. So musste die FU die Abschmelzung ihrer Professuren von 720 (Stand 1992) auf 368 beschließen. Insgesamt verloren die FU und die TU nach dem Mauerfall etwa die Hälfte ihrer Professuren, die HU ein Viertel.

Wieder hatten die Unis "Konsolidierungsbeiträge" zu erbringen

Doch 2003 verlangte der Senat von den Unis dennoch einen „einmaligen Konsolidierungsbetrag“ von 50 Millionen Euro und in den Verträgen für die Jahre bis 2009 einen „zusätzlichen Konsolidierungsbetrag“ von 75 Millionen Euro. Die FU beschloss die Kürzung von 82 weiteren Professuren samt Ausstattung, die HU die Streichung von 73 Professuren, 136 wissenschaftlichen und 219 sonstigen Mitarbeitern. Außerdem reagierten die Unis mit einem fast flächendeckenden NC. Erst der bundesweite Studierendenansturm führte zum Stopp des Studienplatzabbaus in Berlin. Bund und Länder einigten sich im Jahr 2007 darauf, über den Hochschulpakt massenhaft Studienplätze aufzubauen.

Erstmals seit Langem bekamen Berlins Hochschulen in den Verträgen für die Jahre von 2010 bis 2013 moderate finanzielle Aufwüchse.

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