20 Jahre Mendelssohn-Zentrum : Julius Schoeps: Wir mischen uns weiter ein

Der Direktor und Gründer des Potsdamer Moses-Mendelssohn-Zentrums, Julius Schoeps, hat sich anlässlich des 20. Gründungsjubiläums der Einrichtung zu ihrer Eigenständigkeit bekannt.

Julius Schoeps, Direktor des Moses-Mendelssohn-Zentrums. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dapd
Julius Schoeps, Direktor des Moses-Mendelssohn-Zentrums.Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dapd

Das Zentrum für europäisch-jüdische Studien wurde 1992 als AnInstitut der Universität Potsdam gegründet und ist inhaltlich und personell am Studiengang Jüdische Studien beteiligt. Es solle zwar durch die geplante Schaffung einer Fakultät für Jüdische Studien oder Theologie enger als bisher an die Universität angebunden werden, sagte Schoeps den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ im Interview (Ausgabe vom Mittwoch). Doch das MMZ lege Wert auf sein zivilgesellschaftliches Mandat und wolle sich weiter zu Fragen des Rechtsextremismus oder bei der jüdischen Zuwanderung einmischen. Zugleich beklagte Schoeps, dass die Politik von den Studien des Zentrums zu wenig Gebrauch mache.

Benannt ist das Zentrum nach dem Philosophen und Aufklärer Moses Mendelssohn, einem Vorfahren Julius Schoeps’. Der Historiker ist auch Gründer der Mendelssohn-Stiftung, die das Potsdamer Zentrum und die Mendelssohn-Akademie in Halberstadt unterstützt sowie deutschlandweit Studentenwohnheime baut.

In den 20 Jahren seines Bestehens hat das Potsdamer Zentrum fast 80 Konferenzen veranstaltet und mehr als 300 Bücher veröffentlicht. Zu seinen großen Forschungsvorhaben gehört eine 2006 veröffentlichte internationale Studie zur Migration russischsprachiger Juden seit 1990. Derzeit läuft unter anderem das Projekt „Deutsch-jüdisches Kulturerbe im In- und Ausland“. Der 20. Geburtstag wird am Donnerstag mit einer Festveranstaltung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam begangen. Tsp/PNN

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