Wissen : 4. Ein Lyriker, der sich in Gärten zitierte

"Der ideale Gärtner ist ein Poet", hat ein bedeutender Gartenkritiker seines Landes einmal gesagt. Und auf den Gesuchten trifft es zu. Vierzig Jahre hat er an seinem Lebenswerk gearbeitet. Aus einer verlassenen Farm im Süden einer großen Stadt entstand im ruppigen Klima der hügeligen Landschaft fast so etwas wie ein kleines Gartenreich, 1,6 Hektar groß, in dem sich auf wundervolle Art und Weise die künstlerischen Fähigkeiten unseres Gesuchten vereinten. Geboren wurde er in weit wärmeren Gefilden, nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Schafhirte, bevor er zur Kunst fand. Er war Lyriker, Philosoph, Künstler, Garten- und Landschaftsgestalter. Als Künstler hat er international Karriere gemacht, in Kassel fand er mit seiner makabren Installation große Beachtung. Für seine Lyrik hat er seinen eigenen Verlag gegründet. An seinem Gartenreich hat er aber ziemlich genau ein halbes Leben gearbeitet. Skulpturengarten beschreibt vielleicht annähernd das, was der Gesuchte in seinem Idyll geschaffen hat. Man könnte ihn aber auch Dichtergarten nennen, denn seine Skulpturen leben auch durch das Wort, oft in Stein gehauen. Ein-Wort-Gedichte, arrangiert in einer prächtigen Landschaft. Oder er setzt eine kleine steinerne Flugzeugträgerskulptur als Futterplatz für Enten in den See. Ironie. Die Steinmetzarbeiten überließ er aber Fachleuten. Sein Reich trägt einen griechischen Namen und begibt sich damit in Opposition zur Hauptstadt seines Landes, die sich auch gerne mit einem griechischen Namen schmückt. Er starb am 27. März 2006.