Wissen : 6. Ein Mann mit einem blumigen Namen

Wann der gesuchte Naturwissenschaftler und Forscher aus Tübingen genau den Plan fasste, sein bis heute bekanntes, nützliches und auch schönes Nachschlagewerk, das sich umfassend nur einem großen Thema widmet, zu veröffentlichen, lässt sich nicht feststellen. Doch es machte ihn schon Mitte des 16. Jahrhunderts berühmt. Ein Grund für diese Anerkennung dürfte jedoch die Tatsache sein, dass das Buch im Gegensatz zu seinem ebenfalls ausführlichen Erstlingswerk nicht im damals üblichen Latein, sondern in einer deutschen Übersetzung erschien. Noch heute greift man in wissenschaftlichen Werken auf die akribisch gefertigten, naturgetreuen Abbildungen zurück, die er von Künstlern anfertigen ließ. Der Universalgelehrte, der sieben Mal Rektor derselben Universität war und dafür in den Adelsstand erhoben wurde, gilt als einer der Väter einer bestimmten Wissenschaft. Doch auch wer sich nicht für die Bücher und Streitschriften des Professors der Medizin interessiert, begegnet seinem bürgerlichen Familiennamen, nur leicht verändert, in jedem Jahr aufs Neue in Gestalt einer zarten, ursprünglich exotischen Pflanze, die vielen Menschen als dekorative Augenweide große Freude bereitet. Allerdings hat der Gesuchte die große Ehrung der Namensgebung nicht mehr erlebt, denn sie geschah erst 1695, 129 Jahre nach seinem Tod. Wen es in die Oberpfalz verschlägt, sollte nicht versäumen, sich sein zweistöckiges Geburtshaus anzusehen. Es ist ein Kuriosum, denn es ist nur 1,5 Meter breit, dafür aber neun Meter lang.