Wissen : 7. Ein Gelehrter mit besonderer Note

Der Sohn eines niederösterreichischen Katasteramtsverwalters schloss sein Jurastudium 1827 mit dem Doktortitel ab, verdiente sich seinen Lebensunterhalt zwanzig Jahre lang als Hauslehrer hochadliger Jungspunde – doch sein Herz gehörte stets der Biologie und den schönen Künsten. So trat er als 29-Jähriger mit einem Gedicht auf den Mineralogen Friedrich Mohs hervor. Nach der Erhebung in den erblichen Ritterstand lebte der Gesuchte als Privatgelehrter erst in Wien, später in Salzburg und frönte als nobile dilettante seinen Leidenschaften: Studien- und Forschungsreisen führten ihn bis nach Algier, in die Pyrenäen, nach Moskau und zum Nordkap.

Die in Jurisprudenz und Naturwissenschaften gewonnene Routine bei der systematischen Erfassung komplexer Sachverhalte kam ihm bei seinem berühmten Langzeitprojekt zugute, dem er sich zuwandte, als seine Abenteuerlust altersbedingt nachließ. Statt auf hohe See begab er sich nun in die Tiefe der Archive, sichtete Manuskripte und Partituren. „Durch eine Hingabe ohnegleichen, die weder Opfer noch Anstrengungen scheute, ist eine Arbeit zustande gebracht, die durch Zuverlässigkeit der Untersuchung und Sauberkeit der Ausführung mustergültig heißen darf“, urteilte ein Zeitgenosse über die Pioniertat auf dem Gebiet der Musikforschung.

In der Tat hatten die nachfolgenden Wissenschaftlergenerationen an dem Opus erstaunlich wenig zu korrigieren. Sein Katalog umfasst 626 Nummern – und ist damit nicht mal halb so umfangreich wie das Register, das Leporello über die Liebschaften seines Herrn angefertigt hat.

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